Neunkirchen , Ternitz

Erstellt am 05. Dezember 2018, 04:46

Drohmails an Zeugen verschickt. 33-jähriger Einbrecher muss 18 Monate hinter Gitter. Rätsel um Mails beim Prozess.

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Ein 33-jähriger besachwalteter Mann soll einige Einbrüche in Neunkirchen und Ternitz, darunter ins Ternitzer Kino, verübt haben. Der Mann gab einige Taten vor Gericht auch zu, bestritt allerdings einen Einbruch im Oktober 2017, da er diese Nacht mit einer Zeugin verbracht hat.

Auffällig bei den Taten war, dass E-Mails kurz danach oder kurz vor der Aussage von Zeugen vor Gericht verschickt wurden, worin der Angeklagte als Verdächtiger angeführt wird, oder einem Zeugen gedroht wird, seine Firma anzuzünden. Die Suche des Gerichts nach der Person, die unterschrieben hat, verlief ergebnislos, weil es sie anscheinend gar nicht gibt.

Der psychiatrische Sachverständige Manfred Walzl bescheinigte dem Angeklagten Zurechnungsfähigkeit bei den Taten und erklärte, dass der Mann an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leide. Auf Fragen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung führte er aus, dass der Angeklagte keineswegs eine höhere Gefährlichkeit aufweise, aber eine Borderline-Persönlichkeit mit Krankheitsaspekten, die ziemlich genau zu diesen E-Mails passen. Der Gutachter empfahl eine weitere Behandlung plus Verhaltens- und Gesprächstherapie.