Mann bedrohte Exfreundin mit Softgun. Drei Monate unbedingte Haft für Mann, der nicht von seiner Exfreundin loslassen konnte. Neben Drohungen gab es auch Stalking.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 10. August 2019 (03:34)
APA (Techt)

„Ich war verzweifelt und wollte, dass sie mir zuhört und mit mir redet“, erklärte ein 38-jähriger Mann vor Gericht. Ihm warf die Staatsanwaltschaft vor, seine Ex-Freundin mit einer Softgun an ihrem Arbeitsplatz bedroht zu haben. Der Neustädter gab an, mit der Frau aus dem Bezirk Neunkirchen über einen längeren Zeitraum zusammen gewesen zu sein, bevor sie sich von ihm trennte. „Sie hat auch Gerüchte über mich in Neunkirchen und Ternitz verbreitet!“

Tausende SMS und Anrufe

Auch zuvor soll es schon zu Tätlichkeiten gekommen sein, so soll er einen Stuhl nach ihr geworfen, sie gestoßen und beschimpft haben. Der Angeklagte erklärte, dass der Stuhl nur unglücklich umgefallen sei, den Stoß gab er zu und die Beschimpfungen auch. „Aber das war nur im Zorn.“

Auch zum Vorwurf des Stalkings, es soll tausende SMS und Anrufe gegeben haben, außerdem hat er die Frau mehrfach an ihrem Arbeitsplatz aufgesucht, gab sich der Mann geständig. „Sie hat einmal geantwortet, dass sie mich noch immer lieb hat. Wir waren dann auch nochmals zwei Wochen zusammen.“ Der Richter: „Die Polizei hat sie mehrfach aufgefordert, die Frau in Ruhe zu lassen.“ Der verliebte Mann: „Ja, aber mein Herz hat nie aufgehört, an sie zu denken.“

Der Mann, dem auch psychische Probleme vom Gutachter bescheinigt wurden, erklärte vor Gericht, dass er mittlerweile Zeit hatte, nachzudenken: „Ich will nichts mehr mit ihr zu tun haben.“
Der Angeklagte wurde – nicht rechtskräftig – zu 15 Monaten Haft, davon drei Monate unbedingt, verurteilt.