Wohnmobilhändler stand wegen Betrugs vor dem Richter. Unternehmer aus dem Bezirk wurde zu drei Jahren Haft verurteilt – nicht rechtskräftig.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Juli 2021 (04:12)
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Im Prozess gegen einen Wohnmobilhändler fiel am Landesgericht Wiener Neustadt nun das Urteil. Wie bereits berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft dem 58-jährigen Unternehmer Veruntreuung und schweren Betrug vorgeworfen. Sechs Käufer sollen immer noch auf ihre Fahrzeuge oder die Rückzahlung ihrer Anzahlungen warten, was einen Schaden von weit über 100.000 Euro bedeutet. Außerdem soll der Mann von Mai 2016 bis Dezember 2019 als Zwischenhändler 21 Wohnmobile verkauft, die Kaufpreise aber für sich selbst behalten haben. Dem Lieferanten soll dadurch ein Schaden von fast 780.000 Euro entstanden sein.

Der Angeklagte bekannte sich der Veruntreuung schuldig, nicht aber des Betrugs: „Ich wollte nie Privatpersonen schädigen.“ Allerdings musste er eingestehen, dass er den Wohnmobilkäufern nie etwas von Schwierigkeiten in seiner Firma oder mit den Lieferanten gesagt und trotzdem die Anzahlungen kassiert hatte. Der Angeklagte gab an, dass er „Riesenprobleme“ mit einer Wohnmobilfirma hatte, die dann plötzlich alle Außenstände auf einmal bezahlt haben wollte und wo es auch „ein Chaos“ bei den Abrechnungen gab. Danach sei ihm der Vertrag gekündigt worden, er habe aber immer gehofft, wenigstens die schon bestellten Fahrzeuge noch zu bekommen. Dass er die Anzahlungen nie zurückgezahlt und die Käufer mit Ausreden hingehalten hatte, gab er zu. Der Prozess endete mit einem Schuldspruch von drei Jahren Haft, eines davon unbedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.