Zurück an den Start: Aber jetzt als Chefin. Claudia Schweiger beerbt Walter Jeitler, der sich in die Pension verabschiedet, an der Spitze des Arbeitsmarktservice in Neunkirchen.

Von Christian Feigl und Philipp Grabner. Erstellt am 25. Februar 2021 (04:22)
Walter Jeitler und seine Nachfolgerin Claudia Schweiger.
Feigl

Während für den einen eine Ära endet, schließt sich für die andere ein Kreis: Nach knapp 30 Jahren als Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservices (AMS) übergibt Walter Jeitler mit März auch offiziell die Leitungsfunktion an Claudia Schweiger und damit in jene Hände, die 1982 in der Neunkirchner Bezirksstelle ihre Berufskarriere gestartet haben.

Für die 57-jährige Nachfolgerin ist das aber kein berufliches Neuland, stand sie doch bereits seit 2005 den Geschäftsstellen in Berndorf und seit 2012 der mit Baden fusionierten vor. „Natürlich freue ich mich, wieder dorthin zurückzukehren, wo alles begonnen hat. Auch wenn die Zeiten besonders herausfordernd sind. Aber zumindest der Anfahrtsweg verkürzt sich nun deutlich für mich“, meint die Grafenbacherin im Gespräch mit der NÖN. Um den Übergang so nahtlos wie möglich zu gestalten, haben die beiden in den vergangenen Wochen bereits eng zusammengearbeitet.

Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen intensivieren, Facharbeiterausbildungen forcieren, Qualifizierung und Beschäftigtenförderungen stehen im Zentrum der Bemühungen des AMS-Teams in den nächsten Monaten. Denn dass bereits das Schlimmste überstanden ist, daran glaubt weder Jeitler noch Schweiger: „Es ist zu erwarten, dass noch einiges folgen wird. Vor allem dann, wenn die staatlichen Hilfen auslaufen oder Reserven aufgebraucht sind, denn die Wirtschaft wird nicht gleich wieder voll anspringen“, klingen ihre Zukunftsprognosen zwar ehrlich, aber eher durchwachsen. Wobei die Experten davon ausgehen, dass sich die Gesamtarbeitslosenzahl, die aktuell im Bereich von über 4.000 liegt, nicht wesentlich verschlechtern wird.

In Neunkirchen stehen der neuen Chefin aktuell 46 Mitarbeiter zur Seite. Vorgestellt hat sie sich bereits in Einzelgesprächen bei allen. „Ziel- und lösungsorientiert, konsequent sowie fördernd und fordernd“, beschreibt Schweiger ihren Führungsstil. „Wobei ich betonen möchte, dass mir die die Zufriedenheit der Mitarbeiter wichtig ist!“

Beim scheidenden Jeitler macht sich ein Gefühl von Freude und Trauer zugleich breit: „Wir waren ja hier wie eine große Familie, das wird mir schon abgehen. Auch der Kontakt mit den Kunden, auch wenn wir nicht immer allen helfen konnten.“ Ein Punkt, der ihn als Pensionist auf jeden Fall freut, ist der Gewinn von Tagesfreizeit: „Ich werde mich sportlich aktiv betätigen und den Keller auf Vordermann bringen“, hat Jeitler bereits ein Projekt im Visier. Und als Langzeitbürgermeister von Wimpassing wird dem SPÖ-Politiker ohnehin nicht langweilig: „Nur muss ich jetzt dann nicht mehr um 5 Uhr ins Gemeindeamt fahren, um Schriftstücke zu unterzeichnen, sondern kann das zukünftig auch gemütlich am Vormittag machen.“