Automarkt: „Immenser Druck auf die Händler“. 95 Gramm – das heurige Jahr wird von der neuen CO 2- Regelung geprägt sein.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 21. Januar 2020 (02:44)
Wolfgang Schirak, BranchenobmannFahrzeughandel in der NÖ Wirtschaftskammer, ist für eineWiederbelebung der Verschrottungsprämie (2009): „Damit die echten Stinker von den Straßen kommen …“Shutterstock.com
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61.083 Pkw wurden im vergangenen Jahr in Niederösterreich neu zugelassen – das bedeutet ein Minus von 2,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor (Österreich: 329.363 bzw. minus 3,4 Prozent). Der Dieselanteil liegt nur mehr bei 37,4 Prozent. Und die rein elektrischen Autos sind noch immer in die Kategorie „Minderheitenprogramm“ einzuordnen (das Angebot ist allerdings noch überschaubar) – immerhin stieg der Marktanteil von 2,2 auf 2,7 Prozent (2019: 1.642 Neuzulassungen).

Wolfgang Schirak, Fachgruppenobmann Fahrzeughandel WKNÖ, blickt auf ein hartes Autojahr 2019 zurück – und auf ein noch härteres Autojahr 2020. Der St. Pöltner ortet Unsicherheiten bei den Kunden, aber auch bei den Händlern.

"CO 2 -günstige Fahrzeuge müssen verkauft werden"

Durch die neue CO 2 -Regelung (seit 1. Jänner 2020 müssen in der Europäischen Union neuzugelassene Pkw den CO 2 -Höchstwert von 95 Gramm pro Kilometer, im Schnitt, einhalten – den Herstellern drohen sonst hohe Strafen) erwartet Wolfgang Schirak ab spätestens Mitte des Jahres „ein gesteuertes Verkaufen“: „Der Händler wird dem Kunden das Auto verkaufen müssen, das ihm der Importeur bzw. Hersteller vorgibt. Es wird alles gemacht werden, damit Strafzahlungen, mitunter in Milliardenhöhe, vermieden werden. CO 2 -günstige Fahrzeuge müssen verkauft werden. Der Druck auf die Autohändler wird immens sein!“ Im Klartext heißt das: Plug-in-Hybrid- und Elek-trofahrzeuge werden bevorzugt angeboten. Zudem glaubt der Autoprofi, dass der Diesel eine Art Revival erleben wird – „weil sonst werden die CO 2 -Vorgaben nicht machbar sein“.

Im Rahmen der Vienna Autoshow (Vorwoche) wurden Stimmen laut, dass ab 2025 nur mehr Elektroautos neu zugelassen werden dürfen. Dem widerspricht Wolfgang Schirak vehement: „2025 werden die alternativen Antriebe einen Anteil bei den Neuzulassungen von höchstens 25 Prozent haben – und das ist schon viel!“ Außerdem glaubt er nicht, dass das Elektroauto des Rätsels Lösung ist, sondern das Wasserstoffauto (auch hier muss bezüglich Infrastruktur noch viel passieren).

Bei der niederösterreichischen Elektroauto-Hitparade hatte 2019 erstmals ein Tesla die Nase vorne – und zwar das Model 3 mit 406 Neuzulassungen. Dahinter der Renault Zoe (211) und der Hyundai Kona (167). Der Bezirk Waidhofen/Thaya war im Vorjahr Niederösterreichs Elektroauto-Hochburg – 5,2 Prozent der insgesamt 866 Neuzulassungen haben dort einen emissionsfreien Antrieb.

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