ÖVP legt auch im Bezirk Neunkirchen stark zu. Während die ÖVP auch im Bezirk Neunkirchen jubeln kann, verloren SPÖ und Grüne, die FPÖ nur minimal. Nahezu gleich blieben die NEOS.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 27. Mai 2019 (06:26)

In großen Teilen ähnelt das bundesweite Ergebnis der Europawahl jenem aus dem Bezirk Neunkirchen. Großer Gewinner ist auch hier die ÖVP, die im Bezirk sogar noch mehr als österreichweit zulegen konnte: 9,5 Prozentpunkte mehr verzeichneten die Bezirks-Türkisen und erreichten damit 38,62 Prozent.

Mit großem Abstand folgt auf Platz zwei die SPÖ mit 25,92 Prozent der Stimmen, einem leichten Minus von 1,33 Prozent – damit fiel das Minus größer aus als österreichweit, wo die SPÖ nur 0,5 Prozent verlor und bei 23,59 Prozent zum Stehen kam. Kaum Verluste verzeichneten die Bezirks-Freiheitlichen und schafften in Neunkirchen auch den Sprung über die 20 Prozent-Marke, während die Grünen zwei Prozent verloren und auf 7,36 Prozent kamen. Die NEOS blieben stabil bei sechs Prozent.


Euphorie bei ÖVP, besonders in der Bezirkshauptstadt

Die erste Stellungnahme von Michael Stellwag, EU-Gemeinderat in Natschbach-Loipersbach und Bezirksspitzenkandidat der ÖVP, klingt logischerweise auch recht euphorisch: Die Menschen hätten in einer turbulenten Zeit der ÖVP ihr Vertrauen geschenkt, „weil unser breites Team zusammengehalten hat: Vom Bundeskanzler über die Kandidaten bis hin zu den Leuten in den Städten und Gemeinden“, ist Stellwag überzeugt. Besonders freue es ihn, dass man in der Bezirkshauptstadt stark zulegen und von Platz drei bei der letzten Europawahl auf Platz eins kommen konnte. „Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung in den letzten Wochen, ich habe mich bemüht, nicht nur wahlzukämpfen, sondern den Leuten auch näherzubringen, was Europa bedeutet und was es bringt.“

In der Bezirkshauptstadt ist die Freude bei der ÖVP riesengroß, konnte doch erstmals in der Geschichte der EU-Wahlen die ÖVP mit einem Plus von 9,5 Prozent und einem Gesamtwert von 31,7 Prozent knapp die SPÖ überholen den ersten Platz ergattern: „Ich freue mich sehr über das Ergebnis, es ist zwar eine Bundeswahl, und man merkt, dass die Wähler in Bewegung sind und genau überlegen, was und wen sie wählen, aber für die Gemeinderatswahlen gibt uns das Kraft, Mut und Zuversicht“, so ÖVP-BürgermeisterHerbert Osterbauer, der von einem "historischen Ergebnis" sprach. 


SPÖ will Ergebnis genau analysieren

Größeren Zuspruch erhofft hätte sich hingegen Stadträtin Jeannine Schmid, Bezirksspitzenkandidatin der SPÖ. „Grundsätzlich bedanke ich mich bei allen, die der SPÖ ihre Stimme gegeben haben. Natürlich hätten wir auf ein besseres Ergebnis gehofft“, gibt sie zu. Nun gelte es, genau zu analysieren, wieso man manche Wähler nicht erreichen konnte: „Scheinbar sind viele mit der Linie von Kurz und der ÖVP zufrieden, sehen hier auch Stabilität“, meint Schmidt am Wahlsonntag zur NÖN.

Persönlich behalte sie ihren Wahlkampf um Vorzugsstimmen in „sehr guter Erinnerung“: „Diese Zeit war eine sehr lehrreiche und aufregende für mich, ich konnte viele Gespräche führen und war umgeben von einem tollen Team.“ Die SPÖ im Bezirk sehe sie daher auch „sehr gut aufgestellt“, wie sie meint.


Bezirks-Freiheitliche sehen sich für nächste Wahl gerüstet

Zufrieden zeigt sich Landtagsabgeordneter Jürgen Handler, geschäftsführender FPÖ-Bezirksparteichef in Neunkirchen, über das Abschneiden seiner Partei im Bezirk, wo man nur minimale Verluste hinnehmen musste. Das Ergebnis sei „ein klares Lebenszeichen von uns Freiheitlichen, ein besonderer Dank gilt allen Unterstützern, Helfern und unseren hervorragenden Spitzenkandidaten Harald Vilimsky und Vesna Schuster.“

Jetzt gelte es, weiter nach vorne zu schauen, „um für die Nationalratswahlen bestens gerüstet zu sein“, gibt Handler die Linie vor. Während man in manchen Gemeinden Verluste hinnehmen musste, konnte man etwa in Trattenbach über knapp zehn Prozent mehr an Stimmen jubeln.


Fasan: "Die Grünen sind zurück!"

Von einem „großartigen Ergebnis“ für die Grünen spricht Neunkirchens Vizebürgermeister Martin Fasan. Der Slogan „Zurück zu den Grünen“ sei wahr geworden, freut sich Fasan. Dass man in Stadt und Bezirk etwas unter dem Bundestrend liege „sei normal“, man dürfe auch damit „sehr zufrieden“ sein, so Fasan. Diesen Schwung gelte es nun auch, in den Nationalratswahlkampf mitzunehmen.


Auch bei NEOS herrscht Freude

Zufrieden zeigt sich auch Birgit Ehold, Regionalkoordinatorin der NEOS im Bezirk: Das Ergebnis sei ein „sehr gutes“, im Vergleich zur Nationalratswahl 2017 habe man zulegen können, freut sie sich.