Freibad Reichenau schließt nach fast 110 Jahren. Vor zehn Jahren kaufte die Reichenauer Unternehmerfamilie Flackl das Freibad der Marktgemeinde. Nun entschied man sich, die Pforten des Bades für immer zu schließen. Hauptgrund dafür sei Personalmangel.

Von Tanja Barta. Erstellt am 11. Mai 2021 (10:31)
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APA (dpa/Symbolbild)

Es war ein Facebook-Eintrag, der am gestrigen Montag in Reichenau für viele wie eine Bombe einschlug. Die Familie Flackl habe sich „schweren Herzens“ dazu entschieden das Freibad für immer zu schließen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist laut Heidi Flackl der Personalmangel.

„Wir suchen beispielsweise schon seit drei Jahren einen Koch. Jetzt kommen die ganzen Eintrittstests dazu. Das ist hier im Hotel schon eine Herausforderung. Und wir finden einfach niemanden. Ich wüsste nicht, wie das funktionieren soll“, so die Unternehmerin. Bereits in den letzten Jahren war das Freibad immer wieder geschlossen, wurde im Jahr darauf aber doch wieder geöffnet. „Es war für uns eine wirklich schwere Entscheidung, weil wir als Kinder auch schon immer dort waren. Uns liegt wirklich etwas daran!“, so Flackl.

Gemeinde konzentriert sich auf Edlach

Auch ÖVP-Bürgermeister Johann Döller bedauert die Entscheidung der Unternehmerfamilie, kann sie aber auch ein Stück weit nachvollziehen. „Wir haben ein langes Gespräch geführt. Ich habe auch finanzielle Hilfe seitens der Gemeinde angeboten“, so der Ortschef. An der Entscheidung habe das aber ebenfalls nichts geändert. In Zukunft will sich Döller auf das Freibad in Edlach konzentrieren, das sich im Besitz der Gemeinde befindet und in dieser Saison öffnen wird.

Reichenauer Freibad wird zurückgebaut

Das Reichenauer Freibad wird jedenfalls schrittweise zurückgebaut. „Das steht auch im Vertrag mit der Gemeinde“, betont Heidi Flackl. Auf lange Sicht sollen dort Bauplätze entstehen, die jedoch nur für Familienmitglieder gedacht sind. „Der Platz geht an keine Genossenschaft und es wird auch keine Wohnhaussiedlung entstehen. Der Grund bleibt im Familienbesitz und wird sicher nicht verkauft“, so Heidi Flackl.