Aberglaube wurde bittere Realität. Familie Wolf verlor bei ihrem Hausbrand ihr gesamtes Hab und Gut. Dem Ehepaar konnte aber rasch geholfen werden.

Von Tanja Barta. Erstellt am 26. Dezember 2019 (04:59)
Das Haus wurde durch den Brand derart beschädigt, dass es derzeit nicht mehr bewohnbar ist.
Einsatzdoku

Monika Wolf war eigentlich nie abergläubisch. Am Freitag, den 13. Dezember änderte sich das aber schlagartig. Ein kleiner Funke führte dazu, dass das Haus ihrer Familie zu brennen begann. Innerhalb weniger Sekunden breiteten sich die Flammen so stark aus, dass das Haus jetzt nicht mehr bewohnbar ist. Mit der Welle der Hilfsbereitschaft, die Ehemann Christian und Monika Wolf dann entgegenkam, hätten sie nie im Leben gerechnet.

Es war gegen ein Uhr morgens, als Christian Wolf aufstand und dabei einen komischen Geruch wahrnahm. „Dem bin ich dann nachgegangen und habe gesehen, dass meine Hobbywerkstatt bereits unter Flammen steht“, erzählt der Wahl-Payerbacher. Wolf reagierte schnell. Er weckte Gattin Monika und brachte Hunde und Schildkröten in Sicherheit. „Ich habe versucht, die Flammen mit Decken zu bekämpfen, das ging aber nicht mehr“, erzählt das Ehepaar. Monika Wolf rannte sogar noch im Rauch zurück ins Haus, um eine Gasflasche aus dem Badezimmer zu holen. „Die hatten wir zum Heizen dort. Ich holte sie raus, um zu verhindern, dass sie explodiert“, erzählt sie.

„Können nicht mehr zurück ins Haus“

Die Brandursache steht noch nicht fest. „Wir vermuten aber, dass bei den letzten Arbeiten ein Funke auf einen Polster in der Werkstatt gesprungen ist und dieser dann aber erst später zu brennen begann. Wir wissen es aber nicht“, so Monika Wolf. Ob eine Rückkehr ins Haus möglich wäre? Das Ehepaar weiß es noch nicht. „Wir wollen allerdings auch nicht mehr zurück, das geht allein psychisch nicht“, werden Christian und Monika Wolf wahrscheinlich eine Therapie nach dem Erlebnis in der Vorwoche in Anspruch nehmen.

„Wir wollen allerdings auch nicht mehr zurück, das geht allein psychisch einfach nicht mehr!“ Christian Wolf, Brandopfer

Im Stich gelassen wurde das Ehepaar nach dem verheerenden Unglück aber keine Minute. „Wir wurden nach dem Brand ins Krankenhaus gebracht. Monika wegen einer Rauchgasvergiftung, ich wegen Verbrennungen zweiten und dritten Grades“, erzählt Christian Wolf. Um vier Uhr früh war das Ehepaar mit den Behandlungen fertig. Danach haben sie beim Arbeiter-Samariterbund Wiener Neustadt Unterschlupf gefunden. „Da bin ich ehrenamtlich tätig“, war Christian Wolf damals froh, ein Quartier für die Nacht bekommen zu haben. Anschließend übernachteten sie noch bei Monika Wolfs Bruder, bis sie in die neue Übergangswohnung in Neunkirchen einziehen konnten.

Der Schwarzataler Socialclub hat in Kooperation mit der Neunkirchner GesmbH eine Wohnung auftreiben können. „Den Schlüssel haben wir am Tag nach dem Brand bekommen und gleich weitergegeben“, so Günter Schneider vom Social Club. Doch nicht nur das: Die Familie bekam durch den Wohltätigkeitsverein nahezu die gesamte Einrichtung, Kleidung, Haushaltsgeräte. „Mit so einer Hilfsbereitschaft hätten wir nicht gerechnet“, meint Christian Wolf mit Tränen in den Augen. Auch auf Facebook wurde zum Spenden aufgerufen: Über 33.000 Menschen erreichte der Aufruf von Flavour Bar-Chef Robert Frantsich. Bei einem Benefizpunschstand sind zudem 915 Euro gespendet worden, die nun ebenfalls für die Wohnkosten der Familie eingesetzt werden. Bei Wirtin Judith Pichler und Michaela Paar wurde zudem Kleidung gespendet.

Was man jetzt noch braucht? „Zwei Fahrräder wären toll!“ Wer das Ehepaar beim Aufbau eines neuen Lebens finanziell unterstützen möchte, kann das mit einer Spende auf das Privatkonto der Familie Wolf tun: AT67 2024 1050 2528 0412.