Pitten

Erstellt am 11. Januar 2017, 05:41

von Tanja Barta

Erich Göschl: „Ich liebe dieses Land!“. Seit 2012 fliegt Erich Göschl einmal im Jahr nach Uganda. Dort lehrt er gemeinsam mit zahlreichen anderen Volontären den ärmeren Kindern und Jugendlichen alle möglichen Berufe.

Die Schulen und Kindergärten werden meist von Waisenkindern besucht.  |  privat

2012 ist Erich Göschl das erste Mal gemeinsam mit seiner Familie ins ferne Afrika gereist. Genauer gesagt hat es ihn nach Uganda gezogen. Dort gibt es ein ganz besonderes Projekt (Vision für Afrika), das der bald 69-Jährige nun seit mehreren Jahren unterstützt.

„Bei ,Vision für Afrika‘ geht es darum, Kindern eine Schule zu bieten und Jugendliche in die verschiedensten Berufgruppen einzuführen“, erklärt Göschl, der seinen ehemaligen Beruf als Schlosser in Afrika ausübt. 2008 ist der Pittener in Pension gegangen: „Ich hatte dann viel Zeit. Und dann bin ich auf dieses Projekt gestoßen!“

Auch Kinder in Lederhosen sind zu finden...  |  privat

Seit 2012 geht es Jahr für Jahr ein oder zwei Monate nach Uganda. Unterschlupf findet Göschl in der sogegenannten „Mission“, in der sich die Schulen der Kinder und auch die Ausbildungsplätze befinden. „Die Mission ist durch eine Mauer abgegrenzt und rund 40 Hektar groß“, so der Pittener. Zusammen mit zahlreichen anderen Volontären wohnt Göschl in einem Hotel, dass sich ebenfalls im abgegrenzten Gebiet befindet.

„Sie haben mich eh schon angerufen und gefragt, wann ich wieder komme!“

Erich Göschl ist bei seinen Arbeitern sehr beliebt.

Mit ihm zusammen arbeiten rund 300 weitere Personen bei „Vision für Afrika“. Der Pittener bildet momentan vier Jugendliche aus. „Man muss ihnen einfach nur zeigen, wie man etwas angehen muss und dann funktioniert das schon!“, schmunzelt Göschl, der schon zahlreiche Abenteuer in seiner Afrika-Zeit erlebt hat. Mit der Arbeitsmoral sieht es hier ganz anders aus als bei uns in Österreich.

„Wenn ich sage, dass etwas fertig sein muss, dann wird es mittlerweile wirklich fertig. Aber sonst ist das Arbeiten eine eher lockere Angelegenheit“, muss der 68-Jährige lachen. Mit seinen „Buben“ ist er so oft wie möglich in Kontakt. „Sie haben mich eh schon wieder angerufen und gefragt, wann ich wieder komme“, so Göschl, der bereits diesen Mittwoch wieder nach Uganda aufbrechen wird. 20 Stunden Reise liegen dabei vor ihm. Das nimmt der Pittener jedoch immer wieder gern in Kauf. „Uganda ist ein unheimlich grünes Land und es wächst einfach alles, was man braucht, direkt vor der Hütte. Ich liebe dieses Land einfach!“, schwärmt der 68-Jährige.

Erich Göschl zusammen mit „seinen Buben“ Julius, Inocent und Dennis.  |  privat

Doch es gibt nicht nur Sonnenseiten in Afrika. „Ich bringe immer wieder neues Werkzeug mit. Mittlerweile ist die Hälfte davon schon wieder weg“, schmunzelt Göschl und spricht damit die zahlreichen „Diebstähle“ an. „Wenn jemand etwas gebrauchen kann, dann nimmt er es einfach mit. Das ist so. Die Menschen schauen immer sehr darauf, dass es ihnen am Besten geht. Da muss man manchmal schon aufpassen!“, warnt der Pittener.

Aber auch außerhalb der „Mission“ hat Erich Göschl schon einige Erfahrungen sammeln können. „Es ist einfach sehr interessant, wenn man die Bevölkerung bei ihrer Lebensweise beobachten kann“, so der 68-Jährige, der damit die Sitten der Afrikaner anspricht. Zum Beispiel wird von den Kindern das Wasser geholt. Die Männer halten sich grundsätzlich aus der Hausarbeit heraus. „Ich wollte einem Kind mal helfen beim Wassertragen. Es hat sofort verneint, weil es Angst hatte, dass ihn seine Eltern zu Hause schlagen würden, denn es ist seine Arbeit und nicht die eines Weißen“, erklärt Göschl.

Und wie sieht es mit dem Heimweih aus? „Am Abend fühle ich mich dann schon einsam, aber ich habe circa 1.000 Bücher auf meinem Tablet, das reicht!“