Bürgerlisten- Chef stand vor Richter. Pittens Ex-Bürgermeister Günter Moraw (SPÖ) klagte Bürgerforum-Mandatar Oliver Strametz, weil dieser in der „Pitten Times“ behauptete, dass Moraw bestochen worden sei.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:57)
Oliver Strametz wurde wegen übler Nachrede schuldig gesprochen.
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Der Zank um die Müllverbrennungsanlage ist um eine Facette reicher. Gemeinderäte zweier Pittener Fraktionen trafen sich jetzt deshalb sogar vor Gericht.

Günter Moraw (SPÖ) brachte den Bürgerforum-Chef vor Gericht.
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Altbürgermeister Günter Moraw (SPÖ) hatte Bürgerlisten-Chef Oliver Strametz geklagt, weil der in der von ihm herausgegebenen „Pitten Times“ im Jänner 2020 zwei unrichtige Sachverhalte veröffentlicht habe. Erstens schrieb Strametz, dass Moraw eine „heimliche Unterschrift“ unter einem Planungsvertrag zwischen der Firma Hamburger und der Verbund Plan GmbH gesetzt habe, wobei Moraw der Geschäftsführer dieser Firma war. Zweitens soll der damalige Ortschef, laut dem Bürgerlistenchef, auf die Anfrage einer Zeitung, ob es stimme, dass er 500.000 Euro für diesen Vertrag kassiert hätte, „lapidar“ geantwortet haben, dass der Betrag nicht stimme.

Der Beklagte bekannte sich vor Gericht nicht schuldig und beschwerte sich, dass er „vor Gericht gezerrt werde“. Auf die Frage der Richterin, warum er bei seinem Artikel für die „Pitten Times“ geschrieben hat, „er“ hätte das kassiert und nicht die GmbH, gab der Bürgerlisten-Chef an: „Wahlkampf-Zeit, ich habe es schnell geschrieben.“

Der Anwalt des Ex-Bürgermeisters und nunmehrigen SPÖ-Gemeinderates legte daraufhin ein Schreiben von Hamburger aus 2019 vor, wo diese Strametz versichert, dass es keine Bestechung gegeben habe. Moraw erklärte, dass er den Vertrag mit Hamburger für seine Firma nie unterschrieben habe, weil er als Geschäftsführer nur für Großaufträge zuständig gewesen sei. Der Vertrag sei von der Kärntner Niederlassung gemacht worden.

Das Urteil lautete auf schuldig der üblen Nachrede. Strametz wurde zu einer Geldstrafe von 1.560 Euro verurteilt. Außerdem muss er dem Kläger 100 Euro Entschädigung zahlen und in der Juni-Ausgabe der „Pitten Times“ eine Richtigstellung bringen. Strametz‘ Verteidiger wird Berufung einlegen.