Rot-blaue Kritik an Ex-Kanzler aus dem Bezirk Neunkirchen

SPÖ und FPÖ orten „Farce der Sonderklasse“. Regierungsparteien verteidigen das Vorgehen.

Philipp Grabner
Philipp Grabner Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:29
Sebastian Kurz
Sebastian Kurz
Foto: APA, HANS KLAUS TECHT

Das „System Kurz“ bleibt – davon sind die Bezirksparteichefs von SPÖ und Freiheitlichen im Bezirk Neunkirchen überzeugt.

Für den roten Vorsitzenden Christian Samwald ist der Rücktritt von Kanzler Kurz „eine Farce der Sonderklasse“, wie er gegenüber der NÖN betont: „Wer Medien im großen Stil manipuliert, wer Milliarden für eine gerechte Kinderbetreuung verhindert, wer Bundesländer aufhetzen will, wer seine anständigen Parteikollegen aufs Übelste beschimpft, ist für mich in einem demokratischen System wie dem unseren nicht tragbar“, so der Abgeordnete.

Ähnlich äußert sich Grünbachs SPÖ-Bürgermeister Peter Steinwender, der bis dato schon sehr viel Kritik an Kurz übte, etwa auf „Facebook“: „Das hat sich nun bestätigt“, meint der Ortschef. Kurz sei „mit seiner Manipulationsmaschinerie entzaubert“ worden, so Steinwender. Vom neuen ÖVP-Kanzler Alexander Schallenberg erwartet sich Steinwender ein „Weiter so“: „Ich habe null Hoffnung, dass sich etwas ändert!“

Ebenso hart geht der geschäftsführende FPÖ-Bezirksparteichef, Landtagsabgeordneter Jürgen Handler mit dem scheidenden Kanzler ins Gericht. „Wenn es um Karriere und Machterhalt geht, hat Kurz keine Skrupel und dem Ansehen Österreichs auf internationaler Ebene als ,Mann ohne Moral‘ schadet er massiv“, so Handler. Kurz sei zwar nicht mehr Kanzler, ziehe aber im Hintergrund weiter die Fäden.

Keine Kritik, dafür viel Lob gibt es von der Bezirks-ÖVP für den scheidenden Kanzler, der als Klubobmann ins Parlament wechselt. „Sebastian Kurz hat den richtigen Schritt gesetzt“, es sei ihm für seine bisherige Arbeit zu danken, erklärt ÖVP-Bezirksparteiobmann Hermann Hauer. Er begrüßt, dass Kurz „jetzt einen Schritt zur Seite macht, bis alle Anschuldigungen restlos aufgeklärt sind“, hält Hauer fest. Der Weg sei geebnet, sodass in der Bundesregierung weitergearbeitet werden könne: „Das ist besonders wichtig und wesentlich, weil es darum geht, den Wirtschaftsmotor Österreichs weiter anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen.“

Für Grünen-Bezirkssprecher Johann Gansterer ist es „gut, dass die Regierung weitermacht“, wie er sagt: „Der Schritt von Kurz war wichtig und richtig, dass er Klubobmann wird, ist Sache der ÖVP.“ Eine Rückkehr für Kurz in dieser Periode ist für Gansterer „nur schwer vorstellbar“.

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