Neue Leiterin im Wifi Neunkirchen. Die Wiener Neustädterin Claudia Ziehaus (44) ist neue Chefin des WIFI Neunkirchen. Eine Zusammenarbeit mit großen Betrieben und ein breites Angebot sind ihr besonders wichtig.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 25. April 2021 (03:23)
Claudia Ziehaus
Grabner

Ihr Einstand hatte es gleich einmal in sich: Denn der Startschuss für Claudia Ziehaus‘ Laufbahn als WIFI-Chefin in Neunkirchen fiel mitten in die Zeit von Corona-Pandemie, Lockdown und Co. „Die ganze Situation stellt natürlich nicht nur eine Herausforderung für das Institut, sondern viel mehr für alle unsere Teilnehmer dar“, meint die 44-Jährige.

Die neue Zweigstellenleiterin des Wirtschaftsförderungsinstituts übernahm den Job von ihrem Vorgänger Johann Wagner – er hatte zuletzt interimistisch auch die Bezirksstelle in Mödling geleitet und trat nun in den Ruhestand ein. Zugute kommt Ziehaus dabei, dass sie bereits seit Ende 2019 im WIFI Neunkirchen tätig ist – seit etlichen Wochen nun auch offiziell als Chefin. Außerdem fungiert die Wiener Neustädterin, die in Vorarlberg geboren wurde, als Regionalmanagerin für das südliche Industrieviertel: „Mein Einzugsgebiet erstreckt sich daher von Neunkirchen über Wiener Neustadt bis nach Baden“, geht Ziehaus ins Detail.

Beruflich kann die ausgebildete Betriebswirtin auf eine umfassende Erfahrung zurückschauen: Nach Studienaufenthalten in Tschechien und London (Großbritannien) sowie ihrer langjährigen Tätigkeit im internationalen EU-Projektmanagement, begann sie im Jahr 2013 als Referentin für „go-international“ in der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Dass sie nun nicht mehr täglich nach St. Pölten pendeln muss, sondern „nur“ nach Neunkirchen, gefällt ihr am neuen Job ebenso: „Ich fahre gerne mit dem Auto, aber so ist es natürlich angenehmer“, schmunzelt sie.

Einen besonderen Fokus in ihrer Arbeit will die neue Zweigstellenleiterin auf die Weiterbildungsberatung von Fachkräften, Arbeitssuchenden und Personen, die an eine Umschulung denken, legen, wie sie im persönlichen NÖN-Gespräch darlegt. Stolz verweist sie etwa auf einen „Update für Friseurinnen“-Kurs, der aktuell am WIFI durchgeführt wird: „Sehr gerne würde ich auch eine überbetriebliche Lehrwerkstätte für Friseure anbieten“, überlegt sie.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit? Eine „gute Zusammenarbeit mit den Keyplayern im Bezirk, den großen Betrieben“, wie Ziehaus es formuliert: „Mir ist es wichtig, auch die Unternehmen ins Boot zu holen und sie zu fragen, was es braucht beziehungsweise was wir tun können“, bringt es die 44-Jährige auf den Punkt.

Pandemie-bedingt finden Kurse derzeit teils online, teils in Präsenz statt, wie sie ausführt: „Oft gibt es eine Mischform. Mir ist es jedenfalls sehr wichtig, hier auch auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Wir hatten etwa Fälle, wo Personen in Quarantäne waren – ihnen haben wir mithilfe eines Live-Streams die Möglichkeit gegeben, dem Unterricht trotzdem zu folgen.“ Pro Kursjahr verzeichnet das WIFI Neunkirchen etwa 2.000 Teilnehmer, angeboten werden zwischen 300 und 400 Kursen, rechnet sie vor.

In ihrer Freizeit widmet sich die neue WIFI-Leiterin übrigens gerne dem Reiten, Pferden und ihrem Hund.