Puchbergerin ist auf den Hund gekommen. Susanne Kerbl (47) machte ihre Leidenschaft zum Beruf: Seit einigen Jahren ist sie als Hundetrainerin tätig. „Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit“, sagt sie im NÖN-Gespräch.

Von Elfi Hagenbichler. Erstellt am 16. Mai 2021 (04:13)
Die ehemalige Bankangestellte und spätere Sprechstundenhilfe Susi Kerbl (47) übt ihr Hobby seit einigen Jahren hauptberuflich aus: Sie ist Hundetrainerin. Am Foto: Susi Kerbl mit Lando, Marlon und Funny.
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„Ein Leben ohne Tiere wäre für mich einfach unvorstellbar!“ Susanne Kerbl strahlt, wenn sie von ihrer Familie und ihrem Beruf erzählt. Mit der quirligen 47-Jährigen ein Vier-Augen-Gespräch zu führen ist allerdings fast unmöglich – drei große braune Augenpaare verfolgen das Geschehen aufmerksam und behalten die Situation unauffällig im Blick. Die sanfte elfjährige Golden Retriever-Hündin „Funny“, der ausgeglichene sechsjährige Sheltie „Lando“ und der Chihuahua-Terrier-Mix „Marlon“, der mit seinen drei Jahren noch ein bisschen ungestüm ist, sind für die vielseitige Hundetrainerin vollständige Familienmitglieder. Dabei ist sie erst im Erwachsenenalter „auf den Hund gekommen“...

Aufgewachsen in einer Wiener Gemeindewohnung, war aus Platzmangel ein Hamster „das höchste der Gefühle“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden erwachsenen Töchtern in Puchberg. Hunde gehörten hier von Anfang an zu ihrem Familienalltag. Gearbeitet habe sie mit ihnen anfangs allerdings noch nicht. Dass sie heute einen so erfüllenden Beruf hat, verdankt sie ihrer Hündin Funny: „Beim Training mit ihr in der Hundeschule war ich fasziniert davon, zu sehen, was in Hunden alles steckt, und wie gerne sie aktiv mit ihren Besitzern arbeiten!“

Sie sei immer im Kundenbereich tätig gewesen, Kommunikation und der Umgang mit Menschen haben in ihrer Berufslaufbahn eine große Rolle gespielt. Diese Schwerpunktsetzung kombiniert sie heute mit ihrer Liebe zu den Tieren. Sie arbeitet mit beiden, den Hunden und ihren Besitzern. „Man muss herausfinden, was Hunden und Menschen Spaß macht, dann sind sie ein gutes Team“, erzählt sie begeistert von ihrer Arbeit auf dem Trainingsplatz, „es ist mir sehr wichtig, Menschen dabei zu helfen, ihre Hunde zu verstehen und vor allem, sie besser ,lesen‘ zu lernen.“

„Manchmal sollte man die Sache auch aus der Sicht des Hundes betrachten!“ Susi Kerbl aus Puchberg

Bezüglich der Lernmethoden gebe es in den verschiedenen Hundeschulen die unterschiedlichsten Methoden. Kerbl arbeitet gemeinsam mit ihren Kolleginnen in der Hundeschule „HUNDherum“ nach dem Prinzip der positiven Verstärkung. „Verhaltensweisen, die Hunde anbieten und die ihren ,Menschen‘ gefallen, werden verstärkt, auf jegliche Form von Druck, Strafe und Schmerz wird konsequent verzichtet, denn: Lernen soll Spaß machen“, erklärt Kerbl, „nur wer gerne lernt, lernt auch gut, und unter Stress kann man nicht lernen!“ Ein Kochrezept für die Hundeerziehung gebe es allerdings nicht, man müsse auf die Situation, den einzelnen Hund und seine Besitzer eingehen. „Manchmal sollte man die Sache auch aus der Sicht des Hundes betrachten“, betont sie, und nicht nur das sogenannte Problemverhalten, sondern auch die Ursachen ergründen.

Die ehemalige Bankangestellte und spätere Sprechstundenhilfe übt nach ihrer Ausbildung zur Hundetrainerin ihr Hobby, das zunächst als Nebenjob gedacht war, seit einigen Jahren hauptberuflich aus. Mit ihren beiden Kolleginnen, mit denen sie sich sehr gut versteht, ist sie beinahe täglich für die Sorgen und Wünsche der Hundebesitzer da und unterstützt sie mit Rat und Tat. „Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit und habe daher volle Batterien, wenn ich in meiner Freizeit nur für meine Familie und meine Hunde da sein kann!“ Die positive Energie, die sie ausstrahlt, kommt Mensch und Tier dabei ganz sicher zu Gute.

Was sich die Puchberger Hundetrainerin für die Zukunft wünscht? „Ich möchte meinen Beruf so lange wie möglich und mit so viel Freude wie jetzt ausüben können, gesund bleiben und“, unterstreicht sie, „sehr, sehr wichtig ist mir, dazu beitragen zu können, dass wir mit Menschen und Tieren achtsamer und rücksichtsvoller umgehen lernen.“