Neue Bahnunterführung: Erstes Tragwerk eingehoben. Erster Meilenstein bei der Errichtung der Bahnunterführung geschafft. Fertigstellung für Juni 2022 geplant, Investitionssumme 12,1 Millionen Euro.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 23. Februar 2021 (09:30)

Im März des Vorjahres haben die Hauptarbeiten für die neue Bahnunterführung L4132/Putzmannsdorfer Straße im Gemeindegebiet von Ternitz an der Südstrecke begonnen, die nach der Fertigstellung die Eisenbahnkreuzung bei der Haltestelle Pottschach ersetzen wird.

Die Kosten für die Unterführung belaufen sich laut den ÖBB auf 12,1 Millionen Euro, nach zwei Jahren Bauzeit soll die Verkehrsfreigabe im Juni 2022 erfolgen. Am vergangenen Wochenende wurde ein erster Meilenstein geschafft: Ein 500 Tonnen schwerer Autokran hat das erste der beiden Stahltragwerke eingehoben.

ÖBB/Michael Fritscher

„Das 20 Meter lange Stahltragwerk der Eisenbahnbrücke hat selbst ein Gewicht von rund 70 Tonnen und wurde in unseren eigenen ÖBB-Werken in St. Pölten und in Fürnitz gefertigt. Ein Einhub einer Brücke ist Präzisionsarbeit und erfolgt wie auch in diesem Fall meist nachts, um den Bahnverkehr aufgrund des geringeren Zugsaufkommens möglichst wenig zu beeinträchtigen. Außerdem können Teile von solcher Größe wegen der erforderlichen Straßensperren – durch die Breite des Tragwerks braucht der Schwertransport zwei Fahrspuren – nur in der Nacht an- oder abtransportiert werden“, erklärt Pressesprecher Christopher Seif.

Nach der Errichtung der neuen Unterführung soll die Eisenbahnkreuzung an der Putzmannsdorfer Straße der Geschichte angehören. „Dadurch wird auch das Risiko eines Unfalls zwischen Bahn und Straßenverkehrsteilnehmern gebannt. Zusätzlich zu diesem großen Sicherheitsgewinn wird die neue Unterführung auch den Verkehrsfluss für die Autofahrer erleichtern“, so Seif weiter.

Der Standort der Unterführung ist im Vergleich zur Eisenbahnkreuzung Richtung Wiener Neustadt versetzt. Dies erfordere laut ÖBB auch das Anlegen eines neuen Verlaufs der zusammentreffenden Straßenzüge. „Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels wird die Unterführung als Weiße Wanne ausgeführt (wasserdicht). Weiters umfassen die Baumaßnahmen die Herstellung und das Einheben zweier Eisenbahnbrücken, die über die tieferliegende Straße führen“, so die ÖBB in einer Aussendung. Diese Stahltragwerke werden vom ÖBB Brückenwerk gefertigt.

Des Weiteren soll eine Straßenbrücke über den Stuppacher Werksbach errichtet werden. Erforderlich sei auch der Bau der neuen Fahrbahn der L4132 und die Errichtung der Entwässerungseinrichtung inklusive Versickerungsbecken.

„Die Unterführung wird des Weiteren mit einem beleuchteten zur Straßenfahrbahn parallel geführten Geh- und Radweg inklusive zugehörigem Beton- und Rahmentragwerk unter den Gleisen ausgestattet. Die geänderte Lage der Unterführung im Vergleich zur ursprünglichen Eisenbahnkreuzung erfordert die Neugestaltung der Kreuzung L4132/L4151/A. Weninger Straße vor der NMS, der Zufahrt zur Firma Lekkerland aus dem Wannenbauwerk und die Umgestaltung des Knotens L4132/Webereistraße/Park&Ride Pottschach. Abschließend wird die bestehende Lücke in der Lärmschutzwand im Bereich des abzutragenden Bahnübergangs geschlossen“, so die Bahn in einer Aussendung.

Beeinträchtigungen während Bauarbeiten

Die Arbeiten sollen laut den Bundesbahnen bis Juni 2022 dauern. Für die Bahn-Kunden komme es über die gesamte Baudauer immer wieder zu Beeinträchtigungen im Personennahverkehr zwischen Neunkirchen und Payerbach-Reichenau (vorwiegend in den Nachtstunden Ausfall von einzelnen Zügen) sowie geringfügig zu längeren Fahrtzeiten – „dies auch deshalb, weil parallel am Bahnhof Ternitz Modernisierungsarbeiten laufen“, so die Bahn in der Aussendung.

Umgesetzt wird das Projekt von den ÖBB in Zusammenarbeit mit Land und Stadtgemeinde. Investiert werden 12,1 Millionen Euro, von denen die ÖBB 66 Prozent tragen, das Land 19 Prozent, die Stadtgemeinde acht Prozent und die Firma Lekkerland sieben Prozent.