,,Sieg Heil"-Rufe und Hakenkreuzfahne in Wohnung

Erstellt am 17. Jänner 2023 | 17:23
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Symbolbild Prozess Gericht Gerichtsprozess
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Foto: Shutterstock.com, Africa Studio
Wegen Wiederbetägigung standen ein Onkel und sein Neffe am Dienstagvormittag am Landesgericht Wiener Neustadt. Die Liste der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft war lange, dementsprechend auch die, nicht rechtskräftig, bedingten Haftstrafen nach dem Urteil.
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„Sieg Heil“- und „Heil Hitler“-Rufe in der Öffentlichkeit, Bilder vom Führer und eine Fahne mit Hakenkreuz in der Wohnung, Wehrmachtskappen beim Feiern und auf Fotos und judenfeindliche Sager vor Freunden – zwei Männer aus dem Bezirk – Onkel und Neffe - standen jetzt wegen Wiederbetätigung vor Gericht.

Beide bekannten sich schuldig. Der Onkel erklärte, dass er zwar das Verbotsgesetz kenne, aber nicht gewusst habe, was alles damit verboten ist. Generell seien all die angeklagten Vorkommnisse unter Alkoholeinfluss entstanden.

„Ich bin Alkoholiker und das ist nur aus Blödheit passiert.“ Überhaupt erklärte er bei vielen Vorwürfen, dass das nur Blödeleien waren. Das Hakenkreuz gefalle ihm einfach als Zeichen, deshalb habe er die Fahne aufgehängt. „Ich würde das jetzt aber nicht mehr machen, es tut mir echt leid.“

Der Neffe zeigte sich einsichtig vor Gericht und gab an, dass er in der Jugend nach einem Überfall, wo er von Ausländern zusammen geschlagen wurde, Kontakte zur rechten Szene geknüpft hatte. Ob er sich mit dem Onkel mit „Sieg Heil“ begrüßt habe? „Da müssen wir schon komplett betrunken gewesen sein, aber möglich.“ Er habe den Alkohol jetzt stark eingeschränkt und der „Besuch“ der Beamten vom Verfassungsschutz habe ihn dazu veranlasst, sein ganzes Leben zu hinterfragen. Er treffe sich jetzt mit anderen Leuten.

Der Jüngere wurde zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt, sein Onkel zu 18 Monaten. Für beide erging die Weisung zur Bewährungshilfe und zur Teilnahme am Programm „Dialog statt Hass“. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.

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