Puchberg am Schneeberg

Erstellt am 28. September 2017, 05:00

von Philipp Grabner

Die Ära Michael Knabl ist zu Ende. Puchbergs Langzeit-Bürgermeister Michael Knabl tritt nach über 32 Jahren von der Funktion als Ortschef zurück. Ein Gespräch über Erreichtes, Niederlagen und die Politpension.

Der Name Michael Knabl und die Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg – seit über drei Jahrzehnten ist beides fix miteinander verbunden. Kein Wunder, lenkte der frischgebackene 70-Jährige doch über 32 Jahre lang als Ortschef die Geschicke seiner Heimatgemeinde. Unzählige Projekte fielen in seine Amtszeit – darunter zweifelsohne auch viele Meilensteile, die bis heute den Ort maßgeblich prägen.

1985 zum Bürgermeister aufgestiegen

Knabls politische Laufbahn nahm im Jahr 1975 seinen Anfang, als der Pädagoge erstmals für die SPÖ in den Gemeinderat einzog. Schon fünf Jahre später wurde er zum Vizebürgermeister bestellt, ehe er 1985 zum Bürgermeister aufrückte. Fragt man den Langzeit-Ortschef, der mit Ende des Monats offiziell von der Polit-Bühne abtritt, nach den „Highlights“ seiner Amtszeit, ist das gar nicht so einfach, denn es gab zahlreiche wichtige Projekte.

„Wichtig war mir, dass Puchberg immer das Budget aus eigenen Mitteln ausgleichen konnte und nie eine Sanierungs- oder Abgangsgemeinde war“, betont Knabl. Besonders gerne erinnert sich der 70-Jährige an die Eröffnung des neuen Freibades mit Mehrzweckhalle, an die Abschlussfeiern der elf Sänger- und Musikantentreffen und an die erst kürzlich erfolgte 120 Jahr-Feier der Schneebergbahn zurück.

„Wenn man sieben Mal mit absoluter Mehrheit gewählt wird, kann man annehmen, dass viele mit meiner Arbeit zufrieden waren!“Bürgermeister Michael Knabl

Ob er als Bürgermeister auch Niederlagen einstecken musste? Knabl sieht das nicht so: „In einer funktionierenden Gemeinde ist es notwendig, manchmal Kompromisse zu schließen. Niederlagen sind mir keine bewusst. Wenn man sieben Mal als Bürgermeisterkandidat zur Wahl antritt und sieben Mal mit absoluter Mehrheit auch gewählt wird, kann man annehmen, dass viele mit meiner Arbeit zufrieden waren“, ist er sich sicher.

Die wiedergewonnene Freizeit will Knabl nun dazu nutzen, sein Ticket für einen Helikopterrundflug über den Grand Canyon einzulösen, wie er sagt. Außerdem stehen Reisen mit dem Wohnmobil oder Wandern und Skifahren auf dem Programm. Vor „offiziellen“ Terminen will Knabl flüchten – zumindest vorerst, wie er sagt.