Neunkirchen: Kreuz spurlos verschwunden. Seit Jahrzehnten zierte ein mannshohes Kreuz einen Feldweg. Nun ist das bei der Bevölkerung so beliebte Kleinod wie vom Erdboden verschluckt. Zeugen werden gesucht.

Von Christian Feigl. Erstellt am 03. September 2020 (05:01)
Heidi Mauser zeigt auf jene Stelle, an der das Kreuz bis vor Kurzem noch stand.
Christian Feigl

Wie viele andere aus der Umgebung der Blätterstraße nutzt auch Heidi Mauser die Feldwege zwischen Mollram und Neunkirchen, um sich in der Natur zu bewegen oder zu spazieren. Als sie letzten Freitag wieder einmal unterwegs war, traute sie plötzlich ihren Augen nicht: Das zwei Meter hohe Holzkreuz, das seit Jahrzehnten ein Blickfänger bei einer kleinen Baumgruppe ist und bei dem viele für eine kurze Andacht innehalten, war spurlos vom Erdboden verschwunden.

„Und es ist auch bis heute nicht aufgetaucht“, ärgert sich Mauser, die von einem „unglaublichen Vorfall“ spricht. Nachforschungen ihrerseits verliefen bis dato im Sand: „Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass das Kreuz in einer nächtlichen Aktion ausgegraben, in ein Auto verfrachtet und gestohlen wurde“, hofft sie, vielleicht über Zeugenhinweise durch den NÖN-Artikel auf Spuren zum Verbleib zu kommen. Denn das Kreuz war kein herkömmliches Kreuz: „Es hatte auf beiden Seiten einen Jesuscorpus.“ „Und beide Seiten waren sogar bemalt“, weiß Mollrams ehemaliger ÖVP-Gemeinderat Franz Berger, der ebenfalls über den Verlust rätselt. Für ihn kommt allerdings auch noch eine zweite Option des Verschwindens in Frage: „Vielleicht hat es ja jemand zum Restaurieren abgeholt.“

Auch Franz Fiedler, der in der Nähe als Jäger ein Revier betreut und oft an der Stelle vorbeikommt, ist erschüttert: „Das kann es doch nicht sein, dass das Kreuz auf einmal weg ist. Ein so beliebter Platz und Treffpunkt...“ Auch für ihn sind nur zwei Möglichkeiten denkbar: „Entweder wurde es gestohlen oder jemand richtet es her.“ An Letzteres glaubt Mauser eher nicht: „Das Kreuz war eigentlich in einem guten Zustand, eine Restaurierung wäre nicht notwendig.“

Sie überlegt nun, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. „Vielleicht gelingt es ja dadurch, dieses Kleinod wieder zu finden.“