Doch nicht Endstation für Wintersportler. Mitnahme von Wintersportgeräten in den Bussen der Region Schneebergland vorerst möglich. Buslinie appelliert, klare Regeln zu schaffen.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:24)
Grüne-Sportsprecher Georg Ecker sprach von „nicht akzeptabler“ Situation.
Grüne NÖ

Egal ob Ski, Snowboard oder Rodel – wer dieser Tage mit einem Wintersportgerät in einen Bus des Verkehrsverbundes Ostregion (VOR) einsteigen wollte, wurde möglicherweise an der Haltestelle zurückgelassen. Der Grund: Die Mitnahme solcher Geräte war nicht gestattet.

Anlass genug für die Grünen NÖ, auf die Barrikaden zu steigen und von einer „nicht akzeptablen“ Situation zu sprechen: „Wir wollen alle, dass möglichst viele Menschen mit den Öffis fahren. Aber dann wird ihnen das mit solchen Regelungen vermiest“, erklärte dazu Georg Ecker, Landtagsabgeordneter und Sportsprecher der Grünen NÖ. Betroffen seien Busse der Firma Retter Reisen in Payerbach, Puchberg und dem Wechselgebiet gewesen, so Ecker weiter – das untermauern auch Stimmen von Fahrgästen, die der NÖN zugespielt wurden. Der Verein „Bahn zum Berg“ initiierte sogar eine Internet-Petition – bis Redaktionsschluss unterzeichneten 368 Personen das Begehren, die Mitnahme von Wintersportgeräten in den Bussen zu erlauben.

Verbund und Betrieb reagierten rasch

Die Kritik fiel jedenfalls auf fruchtbaren Boden – noch vor Redaktionsschluss konnten Verkehrsverbund Ostregion und Retter Reisen eine vorübergehende Lösung verkünden. „Intensive Gespräche mit allen Beteiligten“ hätten dazu geführt, so VOR-Pressesprecherin Christina Bachmaier: „Das heißt, dass die handgepäcktaugliche Mitnahme von Wintersportgeräten ins Schneeberg-Raxgebiet in VOR Regio Bussen bis auf Widerruf wieder gestattet ist.“

Bei der Firma Retter verweist man darauf, dass man seit dem Vorjahr auftragsgemäß „Low-Entry-Busse“ einsetze, die über keinen Kofferraum oder Rückhaltevorrichtungen für Sportgeräte verfügen. Nachdem sich Fahrgäste beschwert hatten, dass Skier oder andere Geräte bei einer Bremsung des Fahrers gefährlich werden könnten, untersagte man die Mitnahme vorerst. Nun habe man sich mit der gesetzlichen Lage und der Versicherung auseinandergesetzt und eine vorübergehende Lösung gefunden: „Wir machen Fahrgäste als auch Fahrer darauf aufmerksam, darauf zu achten, dass Geräte nicht einfach angelehnt werden, sondern wie Handgepäck behandelt werden“, erklärt Geschäftsführer Hermann Retter. Er plädiert für eine langfristige Lösung und einen Ausbau des Öffi-Angebots für Touristen in der Region. „Wir sind jedenfalls bemüht“, versichert er.