Lawine forderte Todesopfer. Nassschneelawine löste sich unterhalb des Ottohauses und vergrub zwei Wiener unter sich.

Von Tanja Barta. Erstellt am 26. März 2019 (08:20)
Bergrettung Reichenau
Die beiden Wanderer wurden von einer Nassschneelawine verschüttet. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

Es war ein „ausgesprochen unglücklicher Zufall“, so Bergrettungspressesprecherin Sabine Buchebner-Ferstl, der einem Wanderer auf der Rax das Leben kostete. Zu zweit waren ein 64-jähriger Mann und eine 57-jährige Frau aus Wien im Bereich des Törlwegs wandern. Plötzlich löste sich eine Lawine, begrub den Mann völlig unter den Schneemassen und die Frau nur teilweise. Obwohl ein Arzt sofort Erste Hilfe leistete, konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden.

Eigentlich herrscht auf der Rax momentan Lawinenwarnstufe 1, doch „lokal kann es bei diesen Verhältnissen, viel Schnee und Temperaturanstieg, zu spontanen Lawinenabgängen kommen“, so Sabine Buchebner-Ferstl von der Reichenauer Bergrettung.

 „Lokal kann es bei diesen Verhältnissen, viel Schnee, zu spontanen Lawinenabgängen kommen.“ Sabine Buchebner-Ferstl, Bergrettung Reichenau 

So geschehen am vergangenen Samstag. Dabei wurden ein Mann und eine Frau von einer Nassschneelawine niedergerissen. „Diese sind leider besonders gefährlich, da der menschliche Körper der Wucht einer solchen Lawine kaum gewachsen ist“, so die Pressesprecherin. Ersticken wäre in diesem Fall nicht das Problem.

Die beiden Wiener wurden „von der Lawine erfasst und circa hundert Meter über teils steiles Felsgelände mitgerissen“, so die Landespolizeidirektion. Gleichzeitig haben drei weitere Personen, darunter ein Arzt, ihre Wanderung begonnen. Sie hörten die Hilfeschreie der Frau und begannen vor Ort sofort mit der Ersten Hilfe. Zunächst haben die Wanderer nur die Frau gesehen, diese teilte dem Arzt mit, dass noch ein Mann unter der Lawine sein müsse.

Christian Feigl/einsatzdoku.at

„Unmittelbar danach wurde der total verschüttete 64-Jährige in circa zwei Metern Entfernung gefunden und soweit ausgegraben, dass mit der Reanimation begonnen werden konnte“, so die LPD in einer Aussendung. Für den Wiener kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der anwesende Arzt konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod des 64-Jährigen feststellen. Die Frau wurde bei der Tragödie schwer verletzt und mit dem Notarzthubschrauber ins Unfallkrankenhaus Meidling geflogen. Bergrettung, Alpinpolizei sowie Suchhunde haben nach weiteren Verschütteten gesucht, gefunden wurde allerdings niemand mehr.

Fremdverschulden schließt die Polizei aus.