Höllentalbahn feierte ihren 100. Geburtstag. Die Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen beging besondere Feier. 1918 ging damalige Materialbahn in Betrieb.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 16. Juli 2018 (08:25)
Grabner
Florian Strobl, Albert Malli und Andreas Poell von der Gesellschaft für Lokalbahnen, Payerbachs Gemeinderat Thomas Hamele, Reichenaus Vizebürgermeister Michael Sillar sowie Wolfgang Thier und Nicci Keller.

„Einsteigen, bitte.“ Seit einem Jahrhundert schon ist die als „Höllentalbahn“ bekannte, schmalspurige, elektrisch betriebene Lokalbahn am Fuße der Rax unterwegs. Die etwa fünf Kilometer lange Strecke verbindet die Südbahnstation Payerbach-Reichenau mit dem Ort Hirschwang. Heute ist sie als Museumsbahn in Betrieb und fährt von Mitte Juni bis Mitte Oktober jeden Sonntag für die Besucher.

Um die 100 Jahre, die die Bahn bereits in Betrieb ist, würdig zu feiern, wurde zu einer großen Festveranstaltung geladen. Zugliebhaber kamen dabei voll auf ihre Kosten! Den geschichtlichen Aspekt der Eisenbahn beleuchtete zunächst Historiker und Buchautor Gottfried Brandstätter. Er berichtete über die Anfänge der Bahn im Jahr 1918, als der Betrieb aufgenommen wurde – damals noch als Materialbahn einer Papierfabrik. 1963 wurde schließlich der Personenverkehr eingestellt, ehe im Jahr 1977 der Verein „Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen“ gegründet wurde. Dieser betreibt die Höllentalbahn seit 1979 als Museumsbahn und erhält die Strecke so am Leben.

Wie wertvoll die Erhaltung ebendieser Bahn ist, betonten auch die Vertreter der Gemeinden, etwa Reichenaus Vizebürgermeister Michael Sillar (ÖVP). Mit der Lokalbahn erlebe man Entschleunigung in einer Zeit der Beschleunigung, man komme an Orte, die man bei einer Autofahrt nicht sieht. Und: „Die Bahn lässt uns bewusst werden, dass wir gemeinsam unterwegs sein sollten“, spielte Sillar auf die Kooperation der Gemeinden Payerbach und Reichenau an.

Auch Payerbachs geschäftsführender Gemeinderat Thomas Hamele (ProPayerbach) betonte, dass man den Verein stets unterstützt habe und das auch weiterhin gern tue: „Das Team leistet seit 40 Jahren Großartiges“, lobte Hamele.