Christian Dolezal: „Kann die Brände täglich riechen!“. Auswanderer Christian Dolezal lebt in Melbourne und spricht über die derzeitige Lage.

Von Tanja Barta. Erstellt am 16. Januar 2020 (05:58)
Der gebürtige Reichenauer lebt seit fünf Jahren in Australien.
zVg

Nahezu täglich erreichen uns neue Bilder aus Australien. Ein Kontinent steht in Flammen, Familien müssen aus ihren Häusern flüchten, Tiere verenden in den verheerenden Buschbränden. Der Reichenauer Christian Dolezal lebt seit fünf Jahren in Australien. Derzeit wohnt er mit seiner Familie in Melbourne, nicht weit von den Flammen entfernt. Dolezal gibt der Regierung die Schuld an diesem Ausnahmezustand.

„Buschbrände sind zwar Teil des Ökosystems, aber heuer sind ein paar Dinge total aus dem Ruder gelaufen“, schreibt der Auswanderer. Zum einen fing die Saison viel zu früh an und zweitens hätte die Regierung die Situation sehr unterschätzt. „Der Premierminister urlaubte auf Hawaii und das Budget für die Feuerwehren wurde um 30 Prozent gekürzt. Das fällt ihnen jetzt auf den Kopf“, so Dolzeal weiter.

Die Buschbrände treiben in Australien ihr Unwesen
APA (AFP)

Im Alltag machen sich die Brände im Norden Melbournes bemerkbar: „Die indirekten Folgen der Brände im Norden von Victoria sind schon gewaltig. Man kann die Brände jeden Tag riechen. Asthmatiker wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben“, gibt Dolezal Einblick in den derzeitigen Alltag.

Ausmaß des Brandes gigantisch

Die Dimensionen der einzelnen Brände seien gigantisch. „Eine Feuerwand in New South Wales (Bundesstaat, Anm.) ist 50 Kilometer lang. Das ist etwa die gesamte Strecke von der Wiener Außengrenze bis nach Wiener Neustadt. Und das ist nur ein Brand! Mittlerweile ist schon eine Fläche so groß wie Belgien abgebrannt“, berichtet der Wahl-Australier über das große Ausmaß des Brandes.

Bei seinem letzten Flug von Brisbane nach Melbourne wurden er und die anderen Passagiere darüber informiert, dass es wegen der enormen Winde zu Turbulenzen kommen könne. „Und es kann in der Kabine nach Waldbrand riechen. So war es dann auch...“