Neo-Ortschef Hannes Döller: „Ich bin Quereinsteiger!“. Ex-Bürgermeister Hans Ledolter und Neo-Ortschef Hannes Döller (beide ÖVP) sprechen mit der NÖN über alte Zeiten, Erfahrungen und zukünftige Projekte in Reichenau.

Von Tanja Barta. Erstellt am 22. Dezember 2017 (05:00)
Döller und Ledolter.
Tanja Barta

Nach über 20 Jahren hat sich Hans Ledolter als Bürgermeister verabschiedet. Ihm folgt der langjährige Vize Hannes Döller (beide ÖVP).

Die NÖN Neunkirchen sprach mit den Ex- und Neo-Ortschefs über die Anfänge in der Gemeindepolitik und die großen Projekte der kommenden Jahre.

NÖN: Wann wussten Sie, dass Sie Bürgermeister werden wollten?

Hans Ledolter: Geplant habe ich meinen Einstieg in die Kommunalpolitik nicht, weil aber Reichenau damals im Dornröschenschlaf lag, hab‘ ich ab 1977 begonnen, mich in der Gemeindearbeit zu engagieren und bin nach dem plötzlichen Tod meines Vorgängers einstimmig zum Bürgermeister gewählt worden.

Welche Erfahrungen nehmen Sie aus dieser Zeit mit?

Ledolter: Wichtig ist die Liebe zum Ort und den Menschen, Probleme rasch zu erkennen und diese lösen zu können und die Kraft und den Willen als richtig Erkanntes auch durchzusetzen.

Gab es in Ihrer Zeit als Bürgermeister ein besonderes Ereignis, an das Sie sich gerne zurückerinnern werden?

Ledolter: Jene Gemeinderatswahl, in der ich im Vorfeld besonders unqualifiziert angegriffen wurde und die Bevölkerung mich mit hunderten persönlichen Vorzugsstimmen und einer Zweidrittelmehrheit entschädigt hat.

Warum haben Sie sich entschieden, in die Politik zu gehen?

Hannes Döller: Ich bin sogenannter Quereinsteiger und wurde von Freunden angesprochen, im Team von Hans Ledolter mitzuarbeiten. Nach der Berufung in den Gemeinderat durch Hans Ledolter im Juni 1995 habe ich sofort an der Gestaltung unserer Heimatgemeinde mitarbeiten dürfen.

Was macht für Sie die Arbeit als Ortschef aus?

Döller: Die Vielfalt der Aufgaben, der Umgang mit Menschen aus allen Alters- und sozialen Schichten. Die Möglichkeit der Gestaltung des unmittelbaren Umfeldes gemeinsam mit engagierten Mitarbeitern im Gemeinderat und in den Gemeindebetrieben.

Welche wichtigen Projekte wollen Sie demnächst umsetzten?

Döller: Den Weiterbau des Hochwasserschutzes an der Schwarza und am Preinbach, Wohnbau für alle Generationen, um Reichenau als Wohnsitzgemeinde noch attraktiver zu machen. Rahmenbedingungen für die touristische Weiterentwicklung schaffen.

Herr Ledolter, würden Sie im Rückblick irgendetwas anders machen?

Ledolter: Mit viel Arbeit und Einsatz hab‘ ich für Reichenau Lösungen geschaffen, auf die ich sehr stolz bin und ich würde es wieder so machen.

Wie fühlen Sie sich jetzt als Ex-Ortschef?

Ledolter: Sehr gut, weil ich auf eine sehr erfolgreiche Zeit für Reichenau mit Freude und Stolz zurückblicke und wir eine bestens organisierte Amtsübergabe an meinen Nachfolger Johann Döller vorgezeigt haben.

Wie lange haben Sie vor, Bürgermeister zu bleiben? Gibt es ein zeitliches Limit?

Döller: So lange ich das Gefühl habe, dass die Mehrheit der Bürger das will, und dies bei den Gemeinderatswahlen durch ihre Stimme bestätigen, die gesundheitliche Eignung vorausgesetzt. Ich bin seit wenigen Tagen Bürgermeister, das wäre keine gute Voraussetzung, wenn ich da schon über das Ende nachgedacht hätte (lacht).