Nur SPÖ-Fraktion zahlte bei Pestsäule nicht mit. Komitee-Obmann Franz Berger ist über Ausreißer verärgert. „Haben privat gespendet!“, entgegnet Opposition.

Von Christian Feigl. Erstellt am 09. Juli 2019 (05:10)

Es ist geschafft! 155.000 von insgesamt 240.000 Euro konnten für die Sanierung der Neunkirchner Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz von privaten Spendern aufgebracht werden. Eine beispiellose Summe und Geste. Doch unter all die Jubelstimmung am Festakt, wo ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer in der Vorwoche die Spender mit Urkunden bedachte und ihnen dankte, gab es auch kritische Stimmen. Denn sehr zum Ärger von Proponentenkomitee-Obmann ÖVP-Gemeinderat Franz Berger war die SPÖ die einzige Fraktion im Gemeinderat, die sich an der Spendenaktion nicht beteiligt hatte.

Pro Mandatar waren 81 Euro zu bezahlen

„Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern auch wirklich sehr verärgert, denn ausnahmslos alle Fraktionen und sogar die parteilose Christa Wallner haben bei der Spendenaktion mitgemacht“, so Berger im Gespräch mit der NÖN. Deshalb verstehe er die Haltung der Opposition nicht. „Die Summe richtete sich nach Mandatar und betrug 81 Euro pro Person. Das wäre sicher leistbar und ein Zeichen der Solidarität für die Stadt gewesen“, erklärt Berger, der insgesamt von der Spendenfreudigkeit aller Beteiligten überwältigt war. „Der Durchbruch ist uns mit meiner Idee, die Figuren einzeln zu bewerten und an Sponsoren zu verkaufen, gelungen!“

„Wir haben gemeinsam diese Vorgangsweise beschlossen, weil wir als Fraktion lieber soziale Projekte unterstützen!“SPÖ-Stadträtin Andrea Kahofer.

Bei der von Berger gescholtenen SPÖ versteht man die Aufregung nicht: „Wir haben gemeinsam diese Vorgangsweise beschlossen, weil wir als Fraktion lieber soziale Projekte unterstützen“, erklärt SPÖ-Stadträtin Andrea Kahofer die Beweggründe. „Dafür gibt es auch unser ‚rotes Sackerl‘ und damit unterstützen wir auch regelmäßig sozial schwächer Gestellte oder Härtefälle!“

Im Übrigen haben aber sehr wohl Mandatare ihrer Partei für die Sanierung persönlich gespendet: „Das waren zum Beispiel Günther Kautz und ich. Wir haben die Bausteinaktion mit den Sonder-Euroscheinen unterstützt.“ Deshalb könne sie auch Bergers Aufschrei nicht nachvollziehen.

ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer sieht die Angelegenheit jedenfalls weitaus entspannter als sein Parteikollege: „Diese Entscheidung ist zu akzeptieren, die SPÖ wird sich schon etwas dabei gedacht haben, warum sie es so gemacht hat!“

„Bedanke mich bei jedem Spender!“

Der Bürgermeister jedenfalls sei froh über die vielen Spender und bedanke sich auch bei jedem Einzelnen: „Vom Schulbub, der zehn Euro gespendet hat, bis zum Großspender, der uns fast 13.000 Euro zur Verfügung stellte!“

Die Namen der Großspender werden übrigens im Bereich der Dreifaltigkeitssäule künftig über einen QR-Code für die Öffentlichkeit auch abrufbar und einsehbar sein. „Aber nur von jenen Personen, die das auch wollten“, ergänzt Osterbauer, der darauf verweist, dass es letztlich eine Menge an Spendern gab, die anonym bleiben möchten.

Umfrage beendet

  • SPÖ zahlte bei Säulen-Restaurierung nicht mit: Findet ihr die Vorgangsweise in Ordnung?