Gastronom muss hinter Gitter. Gastronom aus dem Schwarzatal verdiente an Drogenplantage in Leopoldsdorf und unterstützte zweifachen Bankräuber, Brandstifter und Betrüger: Fünf Jahre Gefängnis.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 04. Juni 2019 (05:01)
Feigl

Schon alleine der Banküberfall damals, am 8. August des Vorjahres, auf die kleine Raiba-Filiale in Grafenbach hatte großes Aufsehen ausgelöst. Die darauf folgenden Ermittlungen sorgten dann aber sogar für noch mehr Gesprächsstoff: Denn ein Gastronom aus dem Schwarzatal war in das Visier der Kriminalisten geraten. Er soll dem Bankräuber, einem ehemaligen Mitarbeiter, als Auskundschafter und Fahrer beim Überfall gedient haben. Jetzt wurde den beiden Männern der Prozess gemacht. Dabei traten auch einige neue Details zutage.

Suchtgiftfunde brachte den Ball ins Rollen

So wurden in einem Haus in Leopoldsdorf, das dem Gastronomen gehört, im vergangenen Jahr rund 75 Kilogramm Cannabiskraut erzeugt. Der 31-jährige Hausbesitzer soll gewusst haben, was in dem vermieteten Gebäude vor sich gegangen ist und sich das Wissen gut bezahlen haben lassen.

Im Zuge der Suchtgiftermittlungen in Leopoldsdorf konnten auch zwei Raubüberfälle – am 3. Juli 2018 auf die Deniz-Bank in Baden und am 8. August 2018 in St. Valentin-Landschach auf die Raiffeisenbank Grafenbach – aufgeklärt werden. Als mutmaßlicher Täter wanderte mit einem 35-jährigen Türken aus Wien der ehemalige Mitarbeiter des Lokalbesitzers auf die Anklagebank.

Neben dem Türken musste beim Prozess auch der Gastronom auf der Anklagebank Platz nehmen, da er ihm beim Ausspionieren der Raiffeisenbank Grafenbach geholfen und ihn zum Überfall chauffiert haben soll.

Dem Duo wurde weiters auch Brandstiftung und versuchter Versicherungsbetrug vorgeworfen: Nach Absprache, einen Teil des Versicherungsgeldes zu erhalten, soll der Türke mit Helfern in einem Mietlokal des Gastronomen ein Feuer gelegt haben.

Urteile sind rechtskräftig

Das Duo wurde für schuldig befunden: Der Gastronom wurde zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Türke fasste eine dreijährige Zusatzstrafe (zu den drei Jahren für einen Banküberfall in Wien) aus. Rechtskräftig.