Bürgermeisterin Artner: „Gute Politik leisten!“. 100 Tage im Amt: ÖVP-Ortschefin Evelyn Artner spricht über die ersten Monate als neu gewählte Bürgermeisterin von Schwarzau und über die Zusammenarbeit mit der neuen Opposition.

Von Tanja Barta. Erstellt am 08. Februar 2021 (03:33)
ÖVP-Bürgermeisterin Evelyn Artner will über die Parteigrenzen hinweg „gute Gemeindepolitik für die Bürger aus Schwarzau“ leisten, wie sie im NÖN-Interview erklärt.
Tanja Barta

NÖN: Vor 30 Jahren hielt die ÖVP in Schwarzau bei vier Mandaten. Heute hat die ÖVP 12 Mandate und stellt damit erstmals die Bürgermeisterin. Haben Sie das schon realisiert?

Evelyn Artner: Darf ich ehrlich sein? Irgendwie kann ich es noch immer nicht glauben, aber man ist schneller im Bürgermeisteralltag, als man glaubt – überhaupt in Zeiten wie diesen.

Entgegen den Polit-Streitereien vor einem Jahr war es bei der NÖN-Diskussion 2020 sehr harmonisch. Ist von dieser Harmonie noch etwas zu spüren?

Artner: Wir haben ein gutes Verhältnis und eine ebenso gute Gesprächsbasis.

Bei der konstituierenden Sitzung nach der regulären Gemeinderatswahl wurden Sie überraschend statt Günter Wolf (SPÖ) zur Ortschefin gewählt. Sie nahmen das Amt an. Würden Sie das aus heutiger Sicht wieder so machen?

Artner: Es war für mich eine große Überraschung, aber ich habe diese Entscheidung bis heute nicht bereut. Jedoch würde ich diesen Weg wieder gehen, auch wenn die Zeiten als BürgermeisterIn in dieser Krise sicher nicht einfach sind.

Haben Sie noch Kontakt zu Altbürgermeister Wolf? Haben Sie sich den ein oder anderen Tipp von ihm geholt?

Artner: Ab und zu laufen wir uns im Ort über den Weg, ansonsten haben wir keinen Kontakt.

Wie ist das Verhältnis zur neuen Oppositionspartei SPÖ?

Artner: Wir haben ein gutes Verhältnis und eine ebenso gute Gesprächsbasis! Ich finde, wir haben ein tolles Team über alle Fraktionen hinweg, jeder möchte sich mit seinen Stärken einbringen. Natürlich gibt es zu manchen Themen unterschiedliche Meinungen, jedoch werden diese konstruktiv durchbesprochen! Wir wollen alle gute Gemeindepolitik leisten!

Die SPÖ unterstellte Ihnen und Ihrem Team, dass wichtige Projekte nun schneller umgesetzt werden könnten, weil Sie Mitglied der ÖVP sind und somit bessere Kontakte zum Land hätten. Ist dem so?

Artner: Manche Projekte erfordern viel Vorbereitungsarbeit und Zeit – wir haben unsere Ausschüsse gut gegliedert, damit auch größere Projekte in diesen Ausschüssen vorbereitet und geplant werden können. Unsere Ausschussvorsitzenden sind sehr engagiert und motiviert, somit bleiben wir aktiv bei unseren wichtigsten Projekten. Wenn wir die Kooperation des Landes NÖ brauchen, werden wir auch die zuständigen Stellen kontaktieren. Ich glaube, dass alle Gemeinden diese Vorgehensweise haben!

Wie sehr schränken Sie das Coronavirus und die damit verbundenen Regelungen in Ihrer Tätigkeit als Bürgermeisterin ein?

Artner: Ich vermisse natürlich gewisse Veranstaltungen, da wir dadurch noch mehr bei den GemeindebürgerInnen sein könnten und vieles im persönlichen Gespräch leichter wäre! Leider können wir auch unsere Geburtstagsgratulationen oder Jubiläumsgratulationen nicht wie gewohnt durchführen. Dies finde ich auch sehr schade, da gerade diese Treffen und Gespräche sehr wertvoll sind!

Im Wahlkampf kam auch immer wieder das derzeitige Feuerwehrhaus zur Sprache. Man war sich einig, dass hier dringend etwas getan werden muss. Wie weit ist dieses Projekt fortgeschritten?

Artner: Wir haben bereits Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt und einige Gespräche stehen noch an. Aufgrund des einen oder anderen Lockdowns haben sich Termine verschoben und es verzögert sich manches. Ich hoffe, dass wir die Grundstücksfrage bis zum Sommer abschließen können.

In Schwarzau ist die Kreuzung vor dem Gemeindeamt schon länger ein Thema. Ist die Endlösung nun wirklich ein Kreisverkehr?

Artner: Es wurde bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und beide Lösungen (Kreisverkehr/Ampelsystem) wurden erarbeitet – die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, dies wird sicher in den nächsten Monaten passieren. Fakt ist, dass in diesem Jahr die Planungsphase wäre und die Durchführung für 2022 angedacht ist!