Ternitzer Urnenwald offiziell eröffnet. Nach monatelangen Diskussionen rund um den ersten Urnenwald in Ternitz wurde dieser nun offiziell im Rahmen eines Festaktes seiner Bestimmung übergeben.

Von Gerhard Brandtner. Erstellt am 30. Juni 2020 (07:51)
Markus Malek, Florian Anderle, Gertrude Stranz, Stefan Weinhofer, Axel Baudach (Klosterwald GmbH), Pfarrer Wolfgang Fürtinger, der evangelische Pfarrer Andreas Lisson und Christian Garlik (Geschäftsführer Bestattung Stranz GmbH).
Gerhard Brandtner

„Der Tod gehört untrennbar zum Leben dazu." Mit dieser Botschaft an eine kleine Schar von Gästen eröffnete der evangelische Pfarrer Andreas Lisson die ökumenische Segensfeier des Urnenwaldes Ternitz. 

Verstorbene gelangen in ewigen Kreislauf

Die Naturbestattungsanlage ist die erste Österreichs, die von der Evangelischen Kirche A.B. betrieben wird. „Aber eine letzte Ruhe kann hier natürlich jeder finden, unabhängig seiner Konfession“, wie Lisson betonte. Gemeinsam mit seinem katholischen Amtskollegen Wolfgang Fürtinger nahm er die Segnung der Stätte vor. 

Projektleiter Christian Garlik, Geschäftsführer der Bestattung Stranz, stellte die Idee hinter dem Urnenwald vor. So wird die Asche des Verstorbenen im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt und gelangt dadurch wieder in den natürlichen und ewigen Kreislauf. Jegliche Art von Dekor ist verboten. Garlik: „Das Erscheinungsbild des Waldes bleibt so erhalten. Und die Urne selbst ist natürlich auch biologisch abbaubar.“ Rund um einen Baum können zehn Urnen beigesetzt werden. Es ist auch möglich, sich „seinen Platz“ schon im Voraus zu reservieren. 

Ort der Trauer, Erinnerung und Hoffnung

„Der Urnenwald ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Erinnerung und eine Stätte der Hoffnung“, so Andreas Lisson. Dem schloss sich auch SPÖ-Stadtrat Peter Spicker an, der diese Art der Bestattung als "modern und innovativ" beschrieb. „Aus dem Boden wächst neues Leben. Es ist ein schöner Platz“, so Spicker.