Kultur-Sommer: „Super-Gau wurde zu Glücksfall“. Intendant Florian Krumpöck zeigt sich mit diesjähriger Spielsaison mehr als zufrieden.

Von Johannes Authried. Erstellt am 22. September 2019 (07:06)
Johannes Authried
Angelika Kirchschlager und Alfred Dorfer boten Klassik gepaart mit Humor.

Vor fünf Jahren besuchten weit unter 4.000 Besucher die Kultur.Sommer.Semmering Festspiele. Heuer endete die Spielsaison mit einem Besucherrekord von über 10.000 Besuchern. Nachdem die bisherige Hauptspielstätte, das Semmeringer Kurhaus, kurzfristig nicht mehr bespielt werden durfte, wurde das gesamte Festival in die Räumlichkeiten des berühmten Grandhotels verlegt. „Was kurz vor Beginn des Festivals noch wie ein organisatorischer ,Super- Gau’ angemutet hatte, erwies sich während der Zeit der Festspiele geradezu als Glücksfall“, schildert Intendant Florian Krumpöck.

Mit insgesamt 58 Vorstellungen hat sich der Kultur.Sommer.Semmering bereits zum größten Mehrsparten-Festival des Landes etabliert und begeisterte unter mit Publikumslieblingen wie Senta Berger, Karl Markovics, Angelika Kirchschlager, Alfred Dorfer, Birgit Minichmayr, Harri Stojka, Gerti Drassl, Erwin Steinhauer, Elisabeth Orth oder Peter Simonischek.

Ein besonderes Anliegen ist es dem Festival, all jene Literaten wieder zu Wort kommen zu lassen, welche bereits um die Jahrhundertwende hier ihre Sommerfrische verbrachten. So werden innerhalb der Reihe „Literarische Sommerfrische“ über mehrere Jahre hinweg sämtliche Novellen Stefan Zweigs dem Publikum durch einige der beliebtesten Schauspieler wieder zu Gehör gebracht. Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Alfred Polgar, Peter Altenberg oder Karl Kraus, allesamt ehemalige Gäste des Südbahnhotels, sollen hier wieder besondere Aufmerksamkeit erfahren.

Mit einem von der Jahrhundertwende inspirierten „Menu á la Belle Èpoque“ wird das Lebensgefühl des „Fin de Siècle“ dabei auf besondere Art und Weise heraufbeschworen: „Nach über 40 Jahren ist es im Anschluss an viele Vorstellungen nun möglich, im Südbahnhotel wieder zu tanzen, zu soupieren und den Abend wie bereits vor 100 Jahren genussvoll ausklingen zu lassen“, so Intendant Florian Krumpöck, der sich über den Besucher-Rekord freut.