Mr. Panhans greift zur Feder. Eduard Aberham, 27 Jahre Direktor des „Grand Hotel Panhans“, spricht über alte Zeiten, sein literarisches Projekt und seine Einschätzung über die Zukunft des Betriebes.

Von Tanja Barta. Erstellt am 24. August 2017 (05:00)
Tanja Barta
Tanja Barta

„Das Panhans ist kein Hotel. Sehen Sie, hier steht außen nirgends Hotel drauf. Das Panhans ist ein Treffpunkt. Hier will man gesehen werden!“ Worte, die von einem Mann stammen, der es wissen muss. Eduard „Edi“ Aberham steht vor jenem „Hotel“, dem er 27 Jahre lang seinen Stempel aufgedrückt hat. Eine Zeit, an die sich der ehemalige Direktor gerne zurückerinnert.

„Ich habe es übernommen, als die Umstände nicht gerade optimal waren“

Fast drei Jahrzehnte war das Panhans sein Zuhause. „Ich habe es übernommen, als die Umstände nicht gerade optimal waren“, erinnert sich Aberham an seine Anfänge am Zauberberg zurück. Im Laufe der Jahre sei es aber immer weiter bergauf gegangen. „Es wurde dazu gebaut, ergänzt, neue Zielgruppen angesprochen und die Umsätze vervielfacht! Aber natürlich gab es in diesen fast 30 Jahren auch Tiefen“, plaudert der ehemalige Hotelier aus dem Nähkästchen.

Über genau diese Höhen und Tiefen, die berühmten Gäste oder auch Geschichten aus Zeiten, in denen Aberham noch lange nicht Direktor im Panhans war, schrieb er in einem Buch nieder. „Ich habe mich in einer schwachen Stunde dazu überreden lassen“, muss er schmunzeln. Zwei Jahre lang arbeitete er an seinem Werk. Am 19. Oktober soll dieses im „Urgebäude“ des Panhans, der heutigen Tourismusschule, der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Gerade keine "Goldenen Zeiten"

„Mir war es wichtig, nicht nur Geschichten über das Hotel selbst, sondern der gesamten Region einzubringen. Es ist nicht das Panhans, das die Region zu dem gemacht hat, was sie heute ist“, stellt der Autor klar. Welche Geschichten sind in dem Buch also wiederzufinden? „Ich habe in meiner Zeit alle möglichen Präsidenten, Leute aus der Kultur und viele mehr getroffen. Das und Geschichten über alle möglichen Liaisons und Intrigen “, verrät Aberham. Zum Beispiel wird er sich dem Gerücht, dass Bruno Kreisky eine Affäre mit Filmstar Marika Rökk gehabt haben soll, widmen.

Die „Goldenen Zeiten“, die in dem Buch beschrieben werden, die durchlebt das Panhans momentan nicht. Ob die Türen des Betriebs für immer geschlossen bleiben? „Nein, das denke ich nicht! Man muss nur erkennen, dass das Panhans kein Hotel, sondern ein Treffpunkt ist. Hier kommen die Leute her, um gesehen zu werden. Wir haben damals davon gelebt, dass die unterschiedlichsten und kuriosesten Leute bei uns zu Gast waren“, so die Meinung Aberhams über die heutige Situation. Zudem meint er: „Es liegt an der Software, sprich an den Menschen. Damit sind die Gäste aber auch die Mitarbeiter, die das Haus formen, gemeint. Sie bestimmen das Geschehen und das wird der schwierigere Teil.“

Das „Grand Hotel“ musste schon mit etlichen Tiefen kämpfen - hoffentlich kehren die „Goldenen Zeiten“ bald wieder zurück...