Strenge Regeln nach Ansturm am Zauberberg. Nach dem ersten großen Ansturm wurden die Maßnahmen am Semmeringer Zauberberg verschärft. Weiterhin Appell an Eigenverantwortung.

Von Nadine Gasteiner und Tanja Barta. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:55)
Thomas Lenger

Der Saisonstart am Semmering in der Vorwoche war eine wahre Herausforderung für Bergbahnen und Gemeinde. Hunderte Freiluftwütige drängten sich auf den Wiener Hausberg.

In den sozialen Medien machten manche ihrem Unmut über den völlig überlaufenen Zauberberg Luft. Ein Kommentar zu einem Posting der Gemeinde über die Öffnung lautete etwa: „Das bringt ihren Ort aber total in Verruf! Der Ort gilt ab heute in Deutschland in den Medien als zukünftiger Hotspot für Corona. Wer so unverantwortlich mit Menschenleben umgeht, nimmt möglicherweise viel Schuld auf sich.“ Ein weiteres Kommentar lautete außerdem: „Also die heutigen Bilder in den Zeitungen haben mich enttäuscht und schockiert... dass die Menschen hirnlos und verantwortungslos sind, ist eine Sache, aber, dass dort einfach nichts dagegen unternommen wird, die andere. Kein Abstand, keine Maske, Drängelei beim Einstieg... ich habe mehr erwartet.“

Verschärfte Maßnahmen nach Ansturm

Bergbahnen und Gemeinde zogen daraufhin die Reißleine und verschärften weiter. Eine der ersten Handlungen am 26. Dezember war das Aufstellen von insgesamt 250 Absperrgittern auf der Panhanswiese sowie auf der Rodelwiese beim Soldatenfriedhof, die Gemeinderodelwiese wurde gänzlich gesperrt. Wie lange die Wiese gesperrt bleibt, ist noch unklar. Trotz Aufforderungen von Securtiy und Polizei vor Ort wurden die Mindestabstände nicht eingehalten. „Für uns ist es auch schwierig, denn wir können nicht unterscheiden, wer zu einem Familienverband gehört“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Hermann Doppelreiter.

Für den Skibetrieb am Sonnwendstein gibt es aktuell nur online Tickets zu kaufen. Sie sind quasi die „Eintrittskarte“ für die Pisten. Es wird auch auf den Parkplätzen kontrolliert werden, ob die Personen über ein gültiges Ticket verfügen oder nicht, heißt es.

Für den Weltcup, der am vergangenen Montag und Dienstag stattfand, wurde auch besonders auf unerlaubte Zuschauer geachtet. Laut Bürgermeister Doppelreiter sorgten hier die Behörden vor Ort für die nötige Sicherheit und sperrten auch gewisse Zufahrten, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden. Für Einsatzfahrzeuge wurden die Straßen freigehalten.

Nach dem Weltcup soll der Skibetrieb am Semmering mit 2.000 Gästen pro Tag begrenzt fortgeführt werden, Tickets gibt es weiterhin nur online. „Wir arbeiten mit Hochdruck. Das Sicherheitskonzept wird laufend evaluiert und erweitert. Es wird hier auch intensiv an die Eigenverantwortung appelliert. Man muss sich erkundigen, welche Punkte zu beachten sind und was man im Voraus selbst machen kann.“

In den nächsten Tagen soll dann bis zu 90 Prozent der Pisten am Zauberberg befahrbar sein. Für den Ziel- und Kassabereich werden laut Bergbahnen-Geschäftsführer Nazar Nydza zusätzlich Absperrgitter aufgestellt, um Versammlungen zu vermeiden und die Wintersportler zu verlangsamen. Auch Markierungen wurden angebracht, um die Abstände einzuhalten.

Nydza empfindet die Entscheidungen und Maßnahmen der Bergbahnen als korrekt und erklärt, dass es schwierig gewesen sei, am ersten Tag der Öffnung „alles perfekt zu machen“. Er betont außerdem die Einhaltung der Richtlinien und Hygienebestimmungen bei der Eröffnung – geäußerte, teils heftige Kritik gegenüber den Bergbahnen weist er hingegen zurück.

Reibungsloser Saisonstart auf Rax

Mit 25. Dezember startete übrigens auch die Rax-Seilbahn in die Wintersaison – ganz ohne Probleme. Die Kapazität in der Gondel wurde auf 50 Prozent reduziert, alle Gäste müssen eine FFP2-Maske tragen. Stärkster Tag war bis dato der 27. Dezember. Vergangenen Montag stand die Seilbahn wegen des starken Sturms allerdings still. Der Betrieb ging (Stand Montag) am 29. Dezember wieder weiter.