Banklegende Johann Pfenninger geht in Ruhestand. Nach 45 Jahren bei der Sparkasse Neunkirchen verabschiedet sich Banklegende Johann Pfenninger in den Ruhestand.

Von Tanja Barta. Erstellt am 27. Februar 2019 (04:20)
Tanja Barta
Johann „Udo“ Pfenninger arbeitete über 45 Jahre bei der Sparkasse Neunkirchen. Am 1. März geht der Ternitzer ganz offiziell in Pension.

Fast ein halbes Jahrhundert lang war Johann „Udo“ Pfenninger unter anderem als Filialleiter und Prokurist bei der Sparkasse Neunkirchen angestellt. Die NÖN Neunkirchen durfte den Ternitzer an seinem letzten Arbeitstag besuchen und mit ihm über die besonderen Momente in seiner Karriere sowie seinen Spitznamen plaudern.

NÖN: Wie fühlt es sich an, in einem fast leer stehenden Büro zu sitzen?

Johann Pfenninger: Es ist ein eigenartiges Gefühl, man sieht ja auch, dass es der Abschied ist. Meine persönlichen Sachen, wie Bilder, habe ich schon mit nach Hause genommen. Alles andere habe ich natürlich da gelassen (lacht).

Gab es irgendeinen Gegenstand in Ihrem Büro, der Ihnen besonders ans Herz gewachsen ist oder der Sie schon seit Beginn Ihrer Karriere begleitet hat?

Pfenninger: Ja, fast seit dem Beginn. Ich habe von Peter Kraus, der fast Vizebürgermeister in Wien geworden wäre, als er noch ein Kind war, eine kleine blaue Figur geschenkt bekommen. Die habe ich immer im Büro gehabt und die war immer mein Maskottchen. Die habe ich bis zum Schluss aufbewahrt.

Waren Sie als Kind ein Sparefroh?

Pfenninger: Nein (lacht). Klar, musste die ganze Familie sparen, ich habe aber nie hungern müssen!

War es schon immer Ihr Plan, ins Bankwesen einzusteigen?

Pfenninger: Es war so, dass wir gleich nach dem Schulabschluss Schreiben von möglichen Arbeitgebern bekamen. Zufällig war ich in Neunkirchen und dachte mir, Sparkassen-Angestellter wäre nicht schlecht. Begonnen habe ich am 15. Juli 1974 und es hat mir von Anfang an große Freude bereitet.

Was sagen Sie zu Menschen, die von Banken vielleicht keine gute Meinung haben und ihr Geld unter ihrem Kopfpolster horten?

Pfenninger: Bei dem Wort Banken möchte ich zunächst einmal sagen, dass ich erstens meinen Kunden überaus dankbar bin. Sie haben mir immer vertraut und vertrauen mir auch heute noch. Ich würde einer Bank unserer Größenordnung eigentlich jeden Betrag anvertrauen. Ich weiß, dass das Geld der Sparer hier wirklich gut aufgehoben ist.

Ihr Arbeitsalltag war von vielen Sitzungen und Terminen geprägt. Wird Ihnen das fehlen?

Pfenninger: Oh ja, sehr. Die Sitzungen sind ja so, dass ich mich mit Fällen beschäftige, die hochinteressant sind, mich aber mit Kollegen austausche. Auch kann man manchmal Kunden helfen und vieles durchbesprechen. Man ist dann auch von gewissen Informationen abgeschnitten. Ich bin aber Gott sei Dank bei sehr vielen Vereinen engagiert, dass mir das dann wahrscheinlich gar nicht so auffallen wird. Aber an diesen Umstand muss ich mich dann auch erst gewöhnen.

Also gibt es vielleicht einen kleinen Pensionsschock?

Pfenninger: Aber nur einen leichten. Er wird nicht zu schwer ausfallen (lacht).

Wir haben auch gehört, dass Sie sich, wenn Sie krank waren, nicht in Krankenstand gegangen, sondern sich Urlaub genommen haben?

Pfenninger: Sechs Tage war ich wegen einer Augenoperation im Krankenstand. Da hätte ich eigentlich länger im Krankenstand bleiben sollen, bin dann aber wieder früher arbeiten gegangen (lacht). Es ist auch passiert, dass ich mir Urlaub genommen habe, wenn ich krank war. Das war aber immer nur bei leichten Sachen.

Wie ist es für Sie, als Pensionist angesprochen zu werden?

Pfenninger: Ich kenne mittlerweile schon viele Pensionisten, die sich ebenfalls damit abfinden müssen, so genannt zu werden (lacht). Aber wirklich beeinträchtigen tut mich das nicht. Mein Gott, das ist eben wieder ein Lebensabschnitt, leider der letzte, aber das macht mir eigentlich nichts. Von Prokurist zu Pensionist, hat die gleichen Endungen (lacht).

Eine kurze persönliche Frage: Ihr eigentlicher Vorname ist Johann, von vielen werden Sie aber „Udo“ genannt. Wie kommt man zu diesem Spitznamen?

Pfenninger: Das kommt schon aus der Hauptschulzeit. Ich war immer schon ein Udo Jürgens- Fan, bin es auch heute noch. Und dann haben sie plötzlich einmal zu mir Udo zu mir gesagt, weil ich immer diese Musik gehört habe. Aber in Pottschach (hier ist Pfenninger aufgewachsen, Anm. der Red.) sagen sie Hansi zu mir.

In über 45 Jahren bei der Sparkasse wird es sicher das ein oder andere Erlebnis gegeben haben, an das Sie sich gerne zurückerinnern. Was war für Sie das prägendste?

Pfenninger: Ich war 26 Jahre alt und Doktor Zimmerl, der damalige Vorstandsvorsitzende, rief mich nach Neunkirchen und sagte mir, dass er mir die Filialleitung der damaligen Filiale in Pottschach übergeben möchte. Dort war ich dann aber nur ein Jahr, weil ich dann auch schon wieder die Filiale in Ternitz bekommen habe. Dort war ich dann 37 Jahre. Das war damals ein großer Karriereschritt. Ich war damals einer der jüngsten Zweigstellenleiter in ganz Niederösterreich.

Hat es irgendetwas in Ihrem Leben gegeben, auf das Sie besonders gespart haben?

Pfenninger: Ja, ich spare immer wieder gerne auf Urlaube. Ich lege mir immer etwas Geld zur Seite, um Bergsteigen gehen zu können.

Gibt es in den nächsten Jahren ein Projekt, auf das Sie sich besonders konzentrieren? Eventuell auch der Einstieg in die Politik?

Pfenninger: Nein. Ich sage einmal, bei den Vereinen, der Pfarre Pottschach, dort werde ich mithelfen. Aber alles fernab der Politik. Ich bin eigentlich ein neutraler Mensch. Natürlich kenne ich die Bürgermeister in der Gegend. Ich habe immer mit allen können, da habe ich keinen Unterschied gemacht. Ich habe da eigentlich nie gefragt, wer welche Farbe hat. Typen müssen es sein und Handschlagqualität sollten sie haben.