Kögler: „Wollen Nationalratsmandat in den Bezirk holen“. Grafenbachs Bürgermeisterin Sylvia Kögler (SPÖ) ist als Spitzenkandidatin im Bezirk Neunkirchen gesetzt. Mit der NÖN sprach sie über den anlaufenden Wahlkampf und ein etwaiges Mandat im Nationalrat.

Von Philipp Grabner. Update am 16. Juni 2019 (19:17)
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Sylvia Kögler

Der 29. September dürfte der Tag der Nationalratswahl sein – endgültig fixiert ist das noch nicht, doch dürften SPÖ und FPÖ diesen Termin demnächst gemeinsam im Nationalrat beschließen. Als bisher einzige Partei im Bezirk Neunkirchen hat die SPÖ ihr Kandidatenteam bereits gebildet und der Öffentlichkeit präsentiert: Auch diesmal geht mit Sylvia Kögler die Grafenbacher SPÖ-Bürgermeisterin als Frontfrau in die Wahlauseinandersetzung. Sie kandidierte bereits 2017 als Bezirksspitzenkandidatin in Neunkirchen, scheiterte aber am Einzug in den Nationalrat.

Im gemeinsamen Wahlkreis mit Wr. Neustadt findet sich Kögler nun hinter der Wr. Neustädter Spitzenkandidatin Petra Vorderwinkler und ihrem Schwarzauer Amtskollegen Günter Wolf auf Platz drei. „Das war deswegen notwendig, da unser Parteistatut einen strengen Reißverschluss fordert und der Bezirk Wr. Neustadt, dem der Spitzenplatz aufgrund der Stimmen zusteht, ebenfalls mit einer Frau antritt.“ Nichtsdestotrotz sei sie die Spitzenkandidatin im Bezirk – und für den Fall, dass Neunkirchen ein Mandat erhält, sollen die Vorzugsstimmen entscheiden. Das erklärte zuletzt SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Rupert Dworak auf eine entsprechende NÖN-Anfrage.

Rund 5.000 Vorzugsstimmen notwendig

Kögler ist bewusst, dass das Unterfangen, einen Nationalratssitz in den Bezirk zu holen, kein leichtes ist: „Derzeit ist unser Bezirk leider keiner Partei ein Mandat wert, das müssen wir gemeinsam ändern“, ist sie überzeugt. Sie bräuchte eigenen Angaben zufolge „rund 5.000 Vorzugsstimmen auf meinen Namen“, diesen Zustand zu ändern, rechnet sie vor. Sie wolle sich mit den Menschen „über die wichtigen Themen“ unterhalten, „viele Hände schütteln und in den neuen Medien präsent sein“, erklärt Kögler.

Thematisch werde es um „grundlegende Positionen“ gehen, meint Kögler: „Etwa darum: Wollen wir ein Österreich, das von Konzernen regiert wird, dann kann man Sebastian Kurz (ÖVP-Bundesparteiobmann, Ex-Bundeskanzler, Anm.) die Stimme geben. Wollen wir ein Österreich, das von Politikern verkauft und verschachert wird, dann kann man die Freiheitlichen wählen“, spart Kögler nicht mit Kritik an den Mitbewerbern. Wolle man aber ein Österreich, „in dem der Mensch und der Arbeitnehmer etwas zählt, dann gibt man der Sozialdemokratie die Stimme“, gibt Kögler die Richtung vor.

Mehr zum nun anlaufenden Nationalratswahlkampf und welche Personen bei den anderen Parteien als Spitzenkandidaten im Gespräch sind, lest ihr morgen in der Print-NÖN Neunkirchen und im E-Paper!