SPÖ tritt zurück: Schwarzau steht vor Neuwahlen. Wie SPÖ-Spitzenvertreter am Freitagnachmittag erklärten, werden alle Gemeinderäte und deren Ersatzmitglieder auf ihre Sitze verzichten. Neuwahlen sind dadurch unausweichlich. Als Spitzenkandidat soll Klaus Hofer auf Günter Wolf folgen.

Von Tanja Barta und Philipp Grabner. Erstellt am 21. Februar 2020 (16:17)
Spitzenkandidat Klaus Hofer, Klubobmann Reinhard Hundsmüller, Bezirksparteivorsitzender Rupert Dworak und Bürgermeister a. D. Günter Wolf.
Tanja Barta

In Schwarzau am Steinfeld wird neu gewählt. Das ist nach einem Medientermin der SPÖ am Freitagnachmittag fix: Wie der bisherige Bürgermeister Günter Wolf, der bisherige Vizebürgermeister Klaus Hofer sowie SPÖ-Landtagsklubobmann Reinhard Hundsmüller und Bezirksparteivorsitzender, GVV-Präsident und Bürgermeister Rupert Dworak erklärten, werden alle SPÖ-Gemeinderäte in Schwarzau am Steinfeld ihre Mandate zurücklegen und auch sämtliche Ersatzkandidaten auf ihren Sitz verzichten. Der Weg für einen erneuten Urnengang, für den die Landesregierung schließlich einen Termin festlegen muss, ist damit frei.

Wolf zieht sich zurück

Klar ist dabei auch, dass Günter Wolf nicht erneut als Spitzenkandidat ins Rennen gehen wird. Stattdessen soll sein bisheriger Stellvertreter Klaus Hofer die Sozialdemokraten in die Neuwahl führen und den Ortschef-Sessel von Evelyn Artner (ÖVP) zurückholen. Mit welchem Team, das werde man noch klären: „Der Grundstock wird bleiben, wir werden alle Details in den kommenden zwei Wochen fixieren", so Hofer vor Medienvertretern.

Begründet wird der Schritt damit, dass das Ergebnis der Gemeinderatswahl „durch Illoyalität und Verrat“ eines Mandatars umgedreht worden sei, wie betont wurde. „Ich hoffe, dass dem Mandatar, der umgefallen ist, nunmehr bewusst ist, welchen Schaden er angerichtet hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Bevölkerung nicht versteht, dass ihr Entscheid im Gemeinderat nicht umgesetzt wurde“, erklärte Bezirksparteivorsitzender Rupert Dworak.

Dem pflichtete Klubobmann Reinhard Hundsmüller bei: „Der Wille der Bevölkerung wurde durch eine Allianz gegen die Sozialdemokratie gebrochen!“ Dem neuen Spitzenkandidaten stärkt er den Rücken. Er sei schon bisher voller Elan für die Anliegen der Menschen da gewesen, bekräftigte der Klubchef der SPÖ im Landtag.

Die SPÖ-Vertreter hoffen auf einen Wahltermin noch vor dem Sommer.

Erste Reaktionen auf die Pressekonferenz der SPÖ Schwarzau und die Neuwahlen gibt es auch von der Opposition. „Diese Pressekonferenz war ein krudes Schauspiel, symptomatisch für alle Probleme der Sozialdemokratie. Statt sich vor lauter Angst in Verschwörungstheorien zu flüchten, sollten die Herren Dworak, Hundsmüller und Co. mutig an sich selbst arbeiten“, heißt es da beispielsweise von ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Hannes Mauser.

Einer, der bei der Pressekonferenz sogar selbst anwesend war, war FPÖ-Landtagsabgeordneter und geschäftsführender Bezirksparteichef Jürgen Handler. Er meint zu den Konsequenzen, die die SPÖ Schwarzau gezogen hat, nur: „Interne Probleme der SPÖ Schwarzau dürfen nicht auf Kosten des Gemeindewohls ausgetragen werden. Es geht in erster Linie um eine funktionierende Gemeinde und nicht um Posten und Funktionärsstreitigkeiten!“

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