Zittern um die neue Sommerrodelbahn. Dringend benötigtes Servitutsrecht für Zufahrtsstraße könnte Projekt noch scheitern lassen. Ultimatum bis 12. September.

Von Christian Feigl. Erstellt am 08. September 2014 (08:46)
Hier zweigt die Orthof- straße, mit der nun das Projekt der Sommerrodelbahn steht und fällt, nach links ab. Die Betreiber benötigen ein Servitutsrecht, die Güterwegbesitzer wollen dies nur erteilen, wenn die Gemeinde die Straße übernimmt.
NOEN, Christian Feigl
Dunkle Wolken hängen über dem Tourismusort: Ein rechtliches Problem könnte das Projekt der neuen Sommerrodelbahn nun kurz vor dem Start der Bauarbeiten aus der Schiene heben. Konkret geht es um den Zufahrtsweg der Anlage, für den die NÖ Bergbahnen ein Servitutsrecht zur Benützung brauchen. Die Besitzer wollen dieses Recht aber nur dann gewähren, wenn die Gemeinde die Straße ins öffentliche Gut übernimmt.

Plötzlich neue Forderung der Bringungsgemeinschaft

Rund 25 Personen gehört der etwa ein Kilometer lange Güterweg, der zur neuen Sommerrodelbahn führen soll. Diese haben sich in der „Bringungsgemeinschaft Güterweg Orthof“ zusammengeschlossen und waren bislang für Pflege und Instandhaltung der Strecke verantwortlich. Orthof-Betreiberin Maria Kager steht der Gemeinschaft vor.

„In Vorgesprächen hat uns Frau Kager immer zugesichert, dass der für das Servitutsrecht notwendige Beschluss durch eine einfache Mehrheit in der Vollversammlung kein Problem ist“, erklärt Bergbahnen-Geschäftsführer Markus Redl die Hintergründe.

Als man nun Nägel mit Köpfen machen und alles vertraglich klären wollte, gab es plötzlich eine neue Forderung der Bringungsgemeinschaft: „Man will, dass die Straße von der Gemeinde übernommen wird“, so Redl, dem die neue Situation sichtlich gar nicht schmeckt. „Das stimmt“, bestätigt Maria Kager, „uns geht es da vor allem um die Frage der Haftung, die wir nicht übernehmen wollen. Denn sollte etwas passieren, kann es nicht sein, dass das an uns hängen bleibt!“

„Für mich ist das Erpressung"

Am 12. September kommt es nun zur Vollversammlung. „Sollte da keine Zustimmung zum Servitutsrecht beschlossen werden, wird es das Projekt der Sommerrodelbahn nicht mehr geben“, stellt Redl klar. Denn: „Die Zeit drängt, heuer geht sich der beabsichtigte Baubeginn ohnehin nicht mehr aus, aber wir müssen schauen, dass wir zumindest im Frühjahr beginnen können, sofern es am Freitag eine Zustimmung gibt“, so Redl.

Obfrau Maria Kager ist aber zuversichtlich, dass es bei der Abstimmung zu einer Mehrheit kommt: „Ich bin positiv eingestellt.“ Die Vorgangsweise des Landes gefällt ihr aber nicht: „Für mich ist das Erpressung. Es ist nicht richtig, wie das Land hier vorgeht. Gewisse Dinge brauchen halt ihre Zeit.“ Redl spielt den Ball postwendend zurück: „Wer erpresst hier wen?“

Positive Signale sendet auch die Gemeindeführung. ÖVP-Bürgermeister Josef Pichlbauer hat bereits angekündigt, dass es an der Gemeinde nicht scheitern soll: „Wir wollten bereits 2006 die Straße übernehmen, da scheiterte das Vorhaben am Nein einiger Grundbesitzer. Unter gewissen Voraussetzungen sind wir aber natürlich bereit, die Straße zu übernehmen.“ Der Ortschef glaubt auch an eine Zustimmung am Freitag.