Derzeit kein Ausbau der Justizanstalt Gerasdorf geplant. FPÖ befürchtet bis zu 150 Insassen mehr. Die Anstalt selbst beschwichtigt: Derzeit sei generell kein Ausbau geplant.

Von Philipp Grabner und Elfi Hagenbichler. Erstellt am 29. Juni 2020 (05:24)
Gemeinderat Robert Toder (FPÖ) fürchtet einen Ausbau der Anstalt.
FPÖ

Im Jahr 1970 wurde die Justizanstalt für Jugendliche in Gerasdorf (Gemeinde St. Egyden am Steinfeld) in Betrieb genommen. Dass zuletzt immer wieder Ausbaupläne kolportiert wurden, stieß der FPÖ sauer auf – einmal mehr sprach sie sich nun in der Vorwoche dezidiert gegen einen Ausbau der Anstalt aus, wie Gemeinderat Robert Toder, auch stellvertretender Bezirksparteichef in Neunkirchen, ausführt: „Keinesfalls darf es zu einem Ausbau und zu einer Aufstockung der Anzahl der Insassen kommen. Das würde weniger Sicherheit für die Bevölkerung und mehr Belastung der Anrainer durch den Besucherverkehr bedeuten“, ist Toder überzeugt. Laut dem FPÖ-Mandatar würden Zahlen in der Bevölkerung kursieren, wonach künftig „bis zu 150 Insassen mehr“ in der Justizanstalt Platz finden sollen – wogegen man sich vehement stelle.

Bei der Anstalt selbst heißt es, dass man vor wenigen Tagen tatsächlich mit Bauarbeiten gestartet habe – allerdings lediglich an der Umfassungsmauer. „Bereits 2019 wurde ein Teil davon erneuert und jetzt wird die gesamte Umfassungmauer aus rein statischen Gründen erneuert“, erklärt Oberstleutnant Thomas Binder, Stellvertreter der Anstaltsleiterin und Pressesprecher. Ein Ausbau sei derzeit allerdings kein Thema – angesichts der in den letzten Jahren „deutlich gesunkenen Zahl inhaftierter Jugendliche sowie aufgrund dringlicher Bau-Prioritäten“, so Binder auf eine Anfrage der NÖN. Und er führt aus, dass in nächster Zeit „weitere Sanierungsarbeiten“ anstehen würden.

Bürgermeister Wilhelm Terler (ÖVP) attestiert die FPÖ St. Egyden unterdessen „keine einfache Situation“, wie Toder ausführt: „Weil er einerseits die Funktion der zuständigen Baubehörde wahrnehmen muss, zugleich aber auch Justizwachebeamter sowie Personalvertreter in der Justizanstalt ist.“ Einen derartigen Konflikt stellt Terler selbst in Abrede – schließlich arbeite er fast nicht mehr in Gerasdorf, sondern sei als Personalvertreter österreichweit für 27 Anstalten zuständig. Und auch er stellt eine Aufstockung in der Anstalt in Abrede: „Das ist derzeit nicht geplant!“