Stoßerei endete vor Gericht. Bei einer Rangelei zwischen ehemaligen Unfallgegnern in der Kantine nach einem Fußballspiel gab es Verletzungen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. Oktober 2019 (04:45)
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Nach einem Fußballspiel am 21. Juli kam es in der Kantine des Fußballplatzes zu einer Auseinandersetzung, die nun vor Gericht endete.

Ein 43-jähriger Mann musste sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten, weil er eine Frau nach einem Streit zweimal gestoßen haben soll. Dabei kam die Frau beide Male zu Sturz und soll sich dabei neben Prellungen und Abschürfungen auch das vordere Kreuzband eines Knies verletzt haben. Der Angeklagte gab die leichten Verletzungen zu, bestritt aber, für den Kreuzbandriss verantwortlich zu sein.

Der ganzen unschönen Angelegenheit zugrunde dürfte ein Verkehrsunfall liegen, bei dem die Frau dem Mann ein Jahr zuvor ins Auto gefahren war. Der Angeklagte: „Sie kam her und hat mich auf den Unfall mit untergriffigen Bemerkungen angesprochen. Ich sagte ,Geh‘ lassen wir das, Hauptsache, meinen Kindern ist nichts passiert‘. Sie antwortete darauf, ,Die sind mir egal.‘“

Beschuldigter bestritt Tritte gegen das Knie

Die Frau habe dann gegenüber der Gattin des Angeklagten über die Kinder geschimpft, und er habe sie weggestoßen: „Sie fiel hin, stand auf, kam zu mir und fragte, ob ich spinne.“ Da habe er sie nochmals, mit beiden Händen, weggestoßen und „sie flog weg und ist wieder gestürtzt“. Der Beschuldigte habe ihr aber nie gegen das Knie getreten, wie das Opfer angab.

Der Angeklagte gab zu, an diesem Tag, um 15 Uhr, zwei Bier getrunken zu haben und dann, ab 17 Uhr, am Fußballplatz zehn bis zwölf weitere große Biere. Gegen zwei Uhr früh sei man dann bei den Stehtischen der Kantine aneinandergeraten. Der Angriff tue ihm leid. „Ich hab‘ das im Affekt getan, weil sie gesagt hat, ,Wenn ich das nächste Mal deine Kinder auf der Straße sehe, führe ich sie zusammen.‘“

Das Opfer (41) gab an, die Gattin des Mannes hätte sie angeredet, ob man sich kenne. „Ich sagte ja, vom Unfall, und sie fragte, ob ich auch schon Kinder hätte.“ Sie habe sich dann abgewandt, als die Frau fragte, was sie da tue, sie solle gehen. Auf die Frage des Richters, wie es zum Streit kam: „Sie hat mich provoziert.“

Der Mann habe sie „in die Luft gehoben und weggeschleudert“. Zum Tritt ans Knie machte sie nur diffuse Angaben. Zeugen sagten aus, sie erinnerten sich an abfällige Bemerkungen der Frau über die Kinder, an einen Tritt konnte sich niemand erinnern. Das Urteil: Zehn Monate bedingte Haft. Es ist aber noch nicht rechtskräftig.