Beamte adäquat ausgebildet. Nach den tödlichen Schüssen auf einen Tankstellenräuber in der Nacht auf Freitag betonte Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion, dass die eingesetzten Beamten regelmäßige Teilnehmer von Einsatzübungen waren.

Von Christian Feigl. Erstellt am 04. Juli 2014 (11:23)
NOEN, Christian Feigl
Wer von den Polizeibeamten wie viele Schüsse abgegeben hat, ist derzeit noch Stand der Ermittlungen. Allerdings sollen zwei Beamte der Bundespolizeiinspektion Neunkirchen, ein Mann und eine Frau, an vorderster Front beteiligt gewesen sein.

Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion betont, dass die eingesetzten Beamten regelmäßige Teilnehmer von Einsatzübungen waren und auch eine „adäquate“ Ausbildung für den Schusswaffengebrauch hatten.

Beging der Räuber „Suicide by Cop“?

„Generell gilt es, einen Waffengebrauch im Sinne der Verhältnismäßigkeit zu vermeiden“, so Baumschlager. In Neunkirchen haben die Beamten jedoch situationsbedingt handeln müssen, weil der Täter trotz mehrere Aufforderungen, die Waffe niederzulegen, gezielt mit der Waffe auf die Beamten zugesteuert hat.
 
Möglicherweise, so eine jüngste Theorie, hat der Täter dadurch auch einen sogenannten  „Suicide by Cop“ (siehe Infobox unten) herbeiführen wollen.
 

Info – Suicide by Cop (Quelle Wikipedia):

Suicide by cop (dt. etwa ‚Suizid durch Polizisten‘) bezeichnet eine Methode des Suizids mit dem Ziel, das eigene Leben durch tödliche Schüsse zumeist eines Polizisten (oder aber auch durch andere bewaffnete Personen) zu beenden. Grundlage ist die Herbeiführung einer Situation durch den Suizidenten, bei der der Polizist in Notwehr oder Nothilfe von seiner Schusswaffe Gebrauch macht und dabei den Suizidenten tötet. Die Idee zu dieser Art des Suizids geht bis in die Zeit des Römischen Reichs zurück. [2] Während in Deutschland über diese Art des Suizids selten berichtet wird, gehen erste Berichte über sie in den US-amerikanischen Medien in die 1980er-Jahre zurück. Seit dieser Zeit hat sich auch der Ausdruck suicide by cop gegenüber anderen möglichen Bezeichnungen wie etwa suicide by police oder death by cop durchgesetzt. [3] Eine Untersuchung eines Mitarbeiters des Delta Police Department ergab, dass bei ca. 50 Prozent der 843 untersuchten Fälle einer Schießerei das Motiv des suicide by cop zu Grunde lag. [4] Ähnlich wie die Lokführer beim Schienensuizid werden Polizeibeamte vom Suizidenten für ihr Vorhaben benutzt und leiden in der Folge oftmals an posttraumatischen Symptomen .