Der Künstler mit der Batman-Maske. Bernd Püribauer ist aus der österreichischen Kunstszene nicht mehr wegzudenken. Bekannt ist er unter anderem für seine Cartoonzeichnungen im „Falter“.

Von Johannes Authried. Erstellt am 04. Januar 2021 (04:34)
Kaum jemand kennt den gebürtigen Neunkirchner Künstler ohne seine weiße Batman-Maske.
Wolf-Dieter Grabner

Er ist das geheimnisvollste Wesen in der österreichischen Kunstszene. Kaum jemand kennt ihn ohne weiße Batman-Maske. Der gebürtige Neunkirchner Bernd Püribauer klärt auf: „Wenn ich einen Klo-Besen in die Hand bekomme, kann ich nicht anders und verwandle mich sofort in den übergewichtigen Kunstsuperhelden. Mit dem lassen sich dann viele Geschichten erzählen.“

Mit Kunst hat sich Püribauer eigentlich schon immer beschäftigt. Als kleines Kind habe er oft mit seiner Großmutter gemalt. Vertiefen konnte er das spätere Allroundtalent erst im Alter von 14 Jahren, als er die Ortweinschule in Graz besuchte. Dort durfte Püribauer neben der Ausbildung zum Grafikdesigner auch eine umfassende künstlerische Ausbildung genießen.

Der breiten Öffentlichkeit wurde er als Cartoonist für die Zeitschriften „Wiener“ und „Falter“ bekannt, wo er seit 23 Jahren regelmäßig das Tier der Woche zeichnet. Wohlgemerkt mit der Computermaus. „Das mache ich noch heute, jeden Montag eine neue Zeichnung. Mittlerweile sind es über tausend publizierte Arbeiten, die auch als Sammelband ‚Das Buch der Tiere‘ im Falter-Verlag erschienen sind. Für die ,Tier der Woche‘-Serie steht zum Beispiel der dicke Große. Er schwitzt und stinkt. Ich spiele gerne mit Dingen, die tabu sind und es soll ja nicht alles immer nur schön sein. Als ich die ersten Fotos von mir, also dem Püribauer, auf Facebook gestellt hab, wurde es kurz mal sehr still und die Anzahl der ‚Likes‘ ging zurück. Das fand ich sehr spannend. Ich experimentiere gerne“, so der Ternitzer Satiriker, Objekt- und Performancekünstler.

Das Allroundtalent gestaltet auch Bühnenbilder und macht Musik mit seiner Band Turbodeli. Seine Werke wurden bei zahlreichen Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt, die Objektinstallation „Fukushima Aquarium“ im Innenhof des Museumsquartiers erregte 2014 großes Aufsehen bei der japanischen Botschaft. In Deutschland wurde er 2010 mit dem zweiten Platz beim Deutschen Cartoon-Preis für neue Talente und ebenfalls 2010 unter den ersten vier beim österreichischen Staatspreis des Bundesministeriums für Kunst und Kultur für Comic und Karikatur ausgezeichnet. Sein Bühnenbild zu „Das Schwert des Ostens“ wurde 2014 für den Nestroypreis nominiert. Das Zeichenkultur-Faktotum, dessen wahres Aussehen nur engsten Vertrauten bekannt ist, lässt sein wahres Gesicht in der Öffentlichkeit unter einer markanten, weißen Batman- Maske verschwinden. Mit teilweise stark übergewichtigen „Doppelgängern“ verwirrt er die Vernissage-Gäste und mischt sich selbst unter das „Segirity“-Personal.

„In der Malerei bin ich irgendwann im ersten Lockdown auf die Idee gekommen, Bilder mit (neuen) Klobesen zu malen und es funktioniert. Zurzeit arbeite ich gerade eine neue Serie damit aus.“

Man darf, neben seiner vorwiegend schwarz-weißen Horde von humorvollen, bizarren Tieren, auch auf seine knalligen, malerischen Auswüchse, gemalt mit dem „Heislbesen“, gespannt sein.

www.püribauer.com