Flüchtlingsheim wird mit Juni geschlossen. Nach knapp drei Jahren wird die Unterkunft aufgelassen. Die minderjährigen Flüchtlinge werden woanders untergebracht.

Von Tanja Barta. Erstellt am 27. März 2018 (05:00)
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SPÖ-Bgm. Rupert Dworak: „Es sollte nie eine dauerhafte Unterkunft werden.“

Im Oktober 2015 war es soweit: 48 minderjährige und unbegleitete Kriegsflüchtlinge haben ihr neues Zuhause beim Ternitzer Umspannwerk bezogen. Zwei Jahre und sieben Monate später soll die Unterkunft geschlossen werden.

Dworak: "Nie als dauerhaftes Quartier geplant"

„Es war nie als dauerhaftes Quartier geplant“, so SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak zur NÖN. Es wurden damals zwar immer wieder Flüchtlinge in privaten Unterkünften untergebracht, für eine Stadt von mehr als 15.000 Einwohnern war das aber zu wenig. Darum entschloss man sich, das Gebäude beim Umspannwerk, das sich im Besitz des Arbeiter-Samariter-Bundes befindet, als Quartier zu benutzen.

Grund für die Schließung des Heimes sind die rückläufigen Zahlen von Kriegsflüchtlingen. „Die Jugendlichen, die noch bei uns untergebracht sind, werden bis Juni in anderen Unterkünften untergebracht“, informiert Dworak weiter.

Eigene Flüchtlingsklasse in der HAK Neunkirchen

Die Arbeit, die Freiwillige aber auch professionelle Betreuer im Heim geleistet haben, ist beachtlich. Schritt für Schritt wurden die Jugendlichen an die österreichische Kultur und den Alltag herangeführt.

Entweder haben die Minderjährigen Deutschkurse absolviert oder es sogar in den „normalen“ Schulalltag geschafft. In der Handelsakademie Neunkirchen wurde sogar eine eigene Klasse für Flüchtlinge installiert. Wer am Ende gut genug war, durfte sogar eine der regulären Klassen in der Bildungseinrichtung besuchen. So auch der mittlerweile volljährige Saboor.

Er lebte ebenfalls im Wohnheim und hat den Sprung in ein selbstständiges Leben geschafft. Saboor wohnt bereits in seiner eigenen Wohnung und besucht die Handelsschule.