Mit gestohlenem Schatz auch Verein unter Arme gegriffen. Mit dem gestohlenen Schatz trat der Ternitzer als großzügiger Spender auf: Unter anderem für den SC Neunkirchen.

Von Tanja Barta und Christian Feigl. Erstellt am 01. August 2017 (05:01)
Die beiden Angeklagten wurden mit drei beziehungsweise dreieinhalb, Jahren unbedingter Haft schuldig gesprochen. Das Urteil war zu Redaktionsschluss noch nicht rechtskräftig.
Brigitte Steinbock

Am 16. Juli lachte er nach einer neunstündigen Tour mit Freunden auf seiner Facebookseite noch von einem Foto am Schneeberg.

Goldschatz im Millionenwert gestohlen 

Solche Ausflüge wird der Ternitzer in nächster Zeit aber wohl nicht mehr unternehmen können: Weil der 41-Jährige mit einem Komplizen einen Goldschatz im Millionenwert gestohlen hatte, wurde er zu einer vorerst nicht rechtskräftigen Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren unbedingt verurteilt.

Präsident des SC Eurotor Neunkirchen, Dieter Leeb: „Er ist ein guter Mensch!“
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„Für mich ist er ein Robin Hood für Arme“, kommentiert SC Eurotor Neunkirchen-Präsident Dieter Leeb den Fall des Ternitzers. Dieser sponsorte den Fußballverein mit dem gestohlenen Geld, wo es nur ging. Dass er – wie beim Prozess von ihm selbst behauptet – zwei Spieler bezahlt haben soll, streitet Leeb aber vollkommen ab: „Das stimmt nicht. Bei uns findet man keinen Auszug, der das beweist!“

Für Equipment habe der 41-jährige Ternitzer aber mehrere Tausend Euro hingeblättert. „Er hat Dressen, Fußbälle und auch viel Ausrüstung für die Jugend gekauft“, gibt Leeb zu, mehr wäre aber nicht dahinter gewesen. Nachgefragt, woher er das Geld nehme, hat niemand, denn: „Er hat uns erzählt, dass er irgendwo in der Schweiz arbeiten würde und dort so viel Geld verdient. Da haben wir dann nicht mehr nachgefragt!“

„Für mich ist er wie ein Robin Hood für Arme. Er hat denen geholfen, die das Geld gerade brauchten!“Dieter Leeb, Präsident des SC Eurotor Neunkirchen

Obwohl sich die Wege von dem 41-Jährigen und dem Neunkirchner Fußballverein mittlerweile getrennt haben, lässt Leeb kein böses Wort über den ehemaligen Spender kommen.

„Er ist kein schlechter Mensch. Das heißt nicht, dass seine Tat gut war!“, so der Präsident des Vereins. Laut ihm hätte er das Geld hauptsächlich für Freunde, die Unterstützung brauchten, eingesetzt. „Für mich ist er wie ein Robin Hood für Arme! Er hat denen geholfen, die das Geld gerade brauchten“, erzählt Dieter Leeb der NÖN.

Auch sonst schien der 41-Jährige keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Ein Bekannter, der jedoch anonym bleiben möchte, hätte ihm wie Leeb die Tat nie zugetraut: „Er war immer ein korrekter Mensch. Einfach nett. Mich hat das wirklich überrascht!“