Nach Rottweilerattacke: "Ich hatte Todesangst". Nach Hundeattacke in Ternitz war die NÖN am Spitalsbett der Opfer!

Von Christian Feigl. Erstellt am 10. Mai 2019 (08:00)
Feigl

„Ich habe mich noch nie in meinem Leben gefürchtet, aber da hatte ich zum ersten Mal Todesangst. Der Hund war wie im Blutrausch“, erzählt Gerhard Ziedler beim Besuch der NÖN am Krankenbett seiner Gattin Gabriela auf der Unfallabteilung im Krankenhaus Wiener Neustadt.

Wie berichtet war das Neunkirchner Pensionistenpaar am Dienstagabend bei einem Spaziergang  in Ternitz Opfer einer Rottweilerattacke geworden. Mit Tritten und Schlägen versuchte Gerhard Ziedler noch, den Hund von seiner Gattin wegzubekommen, „aber ich habe geglaubt, ich trete gegen einen Baum. Da kam keine Reaktion, der war wie im Blutrausch.“



Erst als der Besitzer mit dem Auto kommt und seinen Hund zurückpfeift, lässt dieser von seinem Opfer ab. „Der Hundebesitzer ist mit dem Rottweiler einfach weitergefahren, hat sich nicht einmal um uns gekümmert und sich bis dato nicht entschuldigt“, ist die Familie beim Besuch der NÖN außer sich. Auch zwei Tage nach dem Vorfall steht dem Ehepaar der Schock noch ins Gesicht geschrieben: „Das darf nie wieder passieren, nicht auszudenken, wenn der Hund ein Kind erwischt hätte!“

Während Gerhard Ziedler mit leichten Blessuren davonkommt, erleidet seine Gattin bei der  Attacke schwere Verletzungen: „Da war ein riesiges Loch oberhalb des Knöchels und alles voller Blut. Der Arzt hat gesagt, mit Pech hätte auch der Fuß ab sein können!“ Eineinhalb Stunden wird Gabriela Ziedler operiert, die Folgen des Bisses sind noch nicht absehbar.

"Es ist nicht absehbar, wann ich das Spital verlassen kann“

„Der Fuß tut mir noch immer sehr weh, es zieht intensiv. Wegen der Infektionsgefahr bekomme ich auch starke Antibiotika. Es ist nicht absehbar, wann ich das Spital verlassen kann“, so die Frau am Donnerstagabend. Mittlerweile hat sich das Ehepaar auch einen Anwalt genommen: „Bei der Polizei wurde uns gesagt, dass das bereits der vierte Vorfall mit diesem Hund war. Leider muss bei uns immer etwas passieren, bevor etwas passiert“, hoffen die beiden, dass solchen Vorfällen künftig auch behördlich ein Riegel vorgeschoben wird. Denn eines sind sich Gabriela und Gerhard Ziedler sicher:

„Der Hund hätte dem Besitzer längst entzogen gehört!“ Die Stadt hat in der Zwischenzeit laut Bürgermeister Rupert Dworak per Bescheid einen unaufschiebbaren Entzug des Hundes veranlasst, exekutieren muss diesen jedoch die Behörde. "Grundsätzlich können vollstreckbare Bescheide der Gemeinden – und hier im Konkreten auch Bescheide mit denen ein Hundehalteverbot ausgesprochen wird – über deren Ersuchen durch die Bezirksverwaltungsbehörde vollstreckt werden, wenn dies der Gemeinde als notwendig und zielführend erscheint.

Die Art der Vollstreckung richtet sich dann freilich nach den Umständen des Einzelfalles und nach den konkreten, sich aus dem Bescheid ergebenden Verpflichtungen. Deshalb kann man  zum konkreten Fall leider keine genauere Antwort geben", hieß es dazu am Donnerstagabend von Bezirkshauptmann Stellvertreter Michael Engel.