Öffnungszeiten auf Spielplatz sorgen für Aufregung. Spielplatz in Kreuzäckergasse bekam als einziger in Ternitz Öffnungszeiten. Eltern stiegen nun auf Barrikaden und fordern von der Stadtgemeinde eine andere Lösung.

Von Tanja Barta. Erstellt am 09. Juli 2020 (05:22)
Basketball- und Fußballplatz liegen zwischen Betreutem Wohnen und Volksschule Kreuzäckergasse.
Tanja Barta

Freitag, 17 Uhr, Spielplatz Kreuzäckergasse. Dutzende Kinder und deren Eltern warten auf Vertreter der Stadt. Grund für die einberufene Bürgerversammlung: Ein Konflikt zwischen Eltern, Anrainern und der Stadtgemeinde.

Weil sich Bewohner, die direkt neben dem Basketball- und Fußballplatz leben, bei der Gemeinde beschwert hatten, hatte diese Öffnungszeiten für den Spielplatz ausgehängt: 9 bis 12 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr. Für die Eltern der Kinder ein unerträglicher Zustand. Sie fordern, dass die Öffnungszeiten, besonders jetzt in den Ferien, wieder aufgehoben werden.

„Wissen Sie, wie es ist, einem Kind um 18 Uhr zu erklären, dass es erst morgen wieder spielen darf?“ Murat Altun, Sprecher der Eltern

„Wissen Sie, wie es ist, einem Kind um 18 Uhr erklären zu müssen, dass es erst morgen wieder rausgehen darf, um zu spielen?“, Murat Altun, Sprecher der Eltern, äußerte offen seinen Unmut. Er und zahlreiche andere Anrainer stemmten sich gegen die Einschränkungen. Doch die Einführung von Öffnungszeiten kam laut Gemeinde und SPÖ-Vizebürgermeister Christian Samwald nicht ohne Grund: „Es gab einige Beschwerden, dass die Kinder zu laut sind und auch über 21 Uhr hinaus spielen. Außerdem wurden die Bewohner teilweise mit Aussagen konfrontiert, die man so schlichtweg nicht hinnehmen kann. Die Öffnungszeiten waren nur einmal ein erster Versuch, um die Lage etwas zu beruhigen!“ Das schien bei den Eltern allerdings genau das Gegenteil zu bewirken. Sie hörten sich sogar selbst in der Nachbarschaft um und fragten nach, wer etwas gegen die Kinder hätte. „Es sind genau zwei Bewohner“, so eine Anrainerin. Außerdem würden die Kinder beim Spielen gefilmt und fotografiert werden. „Das kann und darf so auch nicht passieren“, meinte Samwald.

Vizebürgermeister Christian Samwald und Stadtrat Peter Spicker diskutierten mit Sprecher Murat Altun. Neben der SPÖ waren auch Vertreter von ÖVP, NEOS und Bürgerliste vor Ort.
NOEN

Das Angebot von SPÖ-Stadtchef Rupert Dworak, im Vorfeld der Versammlung ein Gespräch mit Vertretern der Eltern zu führen, schlug man aus. Bei der Bürgerversammlung einigte man sich schließlich auf ein Gespräch im kleinen Rahmen. „Wir haben eine Teillösung für den Sommer gefunden“, so SPÖ-Stadtrat Peter Spicker nach dem Termin. So dürfen die Kinder über die Sommermonate am Platz spielen, allerdings wird es eine Mittagspause und abends eine Zeiteinschränkung geben. Genaue Zeiten gibt es noch nicht.

Zudem möchte die Stadt auch noch mit den Anrainern des Betreuten Wohnens sprechen. Eine längerfristige Lösung ist in Arbeit.