Schoeller Bleckmann: 50 Stellen wegen Corona gestrichen. Auch bei Schoeller Bleckmann Edelstahlrohr in Ternitz macht sich die Krise bemerkbar. Rund 50 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Von Tanja Barta. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:34)
Barta

Kurzarbeit, Kündigungen, keine Arbeit: Die Gerüchteküche rund um den Ternitzer Betrieb Schoeller Bleckmann Edelstahlrohr brodelt. Die NÖN sprach sowohl mit einem ehemaligen Mitarbeiter als auch mit Personalvertreter Daniel Bacher sowie Angestellten-Betriebsrat Michael Riedl.

Als es zum großen Lockdown kam und die Wirtschaft auf ein Minimum heruntergefahren wurde, arbeitete man im Ternitzer Rohrwerk noch auf Hochtouren. „Das erste Halbjahr war für uns erfolgreich“, so Bacher. Im zweiten Halbjahr änderte sich die Lage allerdings. „Die Aufträge gehen zurück. Durch Corona haben viele Kunden gesagt, sie möchten nur noch ein Drittel der bestellten Ware“, so Bacher. Bereits im ersten Halbjahr habe man daher versucht, so weit als möglich der Krise mit Zeitausgleich und Urlaub entgegenzuwirken.

Zehn Prozent der Jobs werden gestrichen

Weniger Aufträge bedeutet weniger Arbeit. 50 Arbeitsplätze sollen daher insgesamt bei Angestellten und Arbeitern bis Jahresende abgebaut werden. Die NÖN sprach mit einem der Betroffenen, der anonym bleiben möchte. „Ich hatte einen befristeten Vertrag bis Anfang August. Dann bekam ich einen Brief, in dem stand, dass ich mit 2. August nicht mehr im Betrieb gemeldet bin“, erzählt der Mann. Persönlich hätte mit ihm niemand gesprochen. Bis zum 2. August verbraucht er nun seinen restlichen Urlaub. Aber auch einen Kollegen von ihm, der fix angestellt war, habe es bereits getroffen. „Und dann gibt es noch die hartnäckigen Gerüchte, dass bis Jahresende 150 Mitarbeiter gekündigt und ab Jänner Kurzarbeit eingeführt werden soll“, erzählt der Ex-Mitarbeiter.

„Es stimmt auf keinen Fall, dass 150 Mitarbeiter gekündigt werden!“ Daniel Bacher, Personalvertreter

Diese Gerüchte dementiert Personalvertreter Daniel Bacher. „Es stimmt auf keinen Fall, dass 150 Mitarbeiter gekündigt werden. Wir haben seit Jahresbeginn fünf fix Angestellte gekündigt. Bis Jahresende werden es noch rund zehn Prozent sein (rund 50 Mitarbeiter, Anm.)“, so Bacher. Das Einsetzen der Kurzarbeit möchte der Ternitzer Betrieb so weit als möglich hinausschieben. „Kurzarbeit ist momentan kein Thema“, erklärt er.

Der Betriebsrat der Firma kann das Vorgehen der Geschäftsführung in gewisser Weise nachvollziehen. „Die Situation ist für uns nicht leicht und für unsere Chefs auch nicht“, so Angestellten-Betriebsrat Michael Riedl. Er bestätigt, dass die Betriebsräte bereits über die Vorgänge informiert wurden. „Die Geschäftsführung kann zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Entweder man fährt mit allen gegen die Wand oder man rettet ein gewisses Kernteam“, so Riedl. Jene Mitarbeiter, die ihren Job verlieren, sollen jedoch die Möglichkeit haben, zurückzukehren, wenn sich die Lage verbessert. „Vorausgesetzt, sie haben keinen anderen Job gefunden“, so Riedl.