Schoeller Bleckmann Oilfield ist "bremsbereit". Im vergangenen Jahr konnte der Ölfeldausrüster Schoeller Bleckmann aus Ternitz seinen Gewinn verdoppeln. 2020 wird wegen der Coronakrise und dem niedrigen Ölpreis allerdings ein herausforderndes Jahr.

Von Tanja Barta. Erstellt am 19. März 2020 (17:27)
CEO Gerald Grohmann: "Wir fahren in fast allen Bereichen mit Vollgas. Nicht deswegen, weil wir die Situation nicht einschätzen, nicht weil wir übermütig sind, sondern weil es notwendig ist im Geschäftsverlauf."
Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment

Wie viele andere Betriebe auch, befindet sich Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) derzeit in keiner leichten Situation. Man arbeitet in allen Bereichen zwar Vollgas, "aber hochgradig bremsbereit", so SBO-CEO Gerald Grohmann. 

Nicht nur, dass die Krise rund um das Coronavirus den Betrieb belastet, auch der niedrige Ölpreis macht dem Unternehmen zu schaffen. Da sich Saudi-Arabien und Russland bezüglich Förderquoten uneinig sind, sinkt der Preis immer weiter. "Meine persönliche Erwartung ist, dass dieses Säbelrasseln irgendwann einmal ein Ende hat. Gestern hat auch schon der irakische Ölminister dazu aufgerufen", so Grohmann in einer Telefonkonferenz mit der APA. 

Corona-Krise schwer abzuschätzen

Wie sich das Coronavirus auf den Betrieb auswirken wird, kann niemand so wirklich abschätzen. Grohmann gibt sich diesbezüglich aber dennoch optimistisch: "Vielleicht tritt hier in einigen Wochen, oder doch einigen Monaten, eine Besserung ein. Erste positive Anzeichen kommen ja schon aus China, das sicher eine Vorreiterfunktion bei dieser Viruserkrankung hat." Am Ternitzer Standort gibt es jedenfalls noch keine Auswirkungen. Hier macht man derzeit sogar Überstunden und Wochenenddienste. "Sie werden es glauben oder nicht, wir fahren in fast allen Bereichen mit Vollgas. Nicht deswegen, weil wir die Situation nicht einschätzen, nicht weil wir übermütig sind, sondern weil es notwendig ist im Geschäftsverlauf", so der CEO von Schoeller Bleckmann. Trotz voller Auftragsbücher gibt man sich vorsichtig: "Das heißt nicht, dass wir nicht hochgradig bremsbereit sind, wir sind keine Realitätsverweigerer."

2019 war erfolgreiches Jahr

Schwarze Zahlen schrieb man 2019. Schoeller Bleckmann konnte den Nettogewinn von 17,5 Millionen Euro auf 32,3 Millionen Euro fast verdoppeln. So legten auch der Wert einer Aktie von 1,10 Euro auf 2,03 Euro zu.