Sicherheitspartner: Geteilte Meinung zu Zwangspause. Dass „Stadtcheriff“ Gerhard Zwinz bis April eine Pause einlegen muss, ist für viele Ternitzer nicht in Ordnung.

Von Tanja Barta. Erstellt am 24. Januar 2018 (05:00)
Immer wieder haben Jugendliche, die sich am Parkplatz der Mehrzweckhalle versammelt haben, für Probleme gesorgt. Einer, der dabei etwas Ruhe in die Truppe bringen konnte, war Gerhard Zwinz (Dritter v.r.). Die Jugendlichen selbst sind enttäuscht, dass der Ex-Sicherheitspartner bis April eine Pause einlegen muss, denn „er war der Einzige, der normal mit uns geredet hat!“, kommentierte einer der Jugendlichen den NÖN-Artikel aus der Vorwoche.
Barta

Über ein halbes Jahr war Gerhard Zwinz als Sicherheitspartner in der Stadtgemeinde unterwegs. Bis April diesen Jahres muss der leidenschaftliche Floriani aber eine Zwangspause einlegen (die NÖN berichtete). Warum das so im Gemeinderat beschlossen wurde, stößt nicht nur bei dem ein oder anderen Stadt-Politiker, sondern auch bei vielen Bürgern auf Unverständnis.

Kommentare wie „I wia di vamissn“ oder „Er war der Einzige, der normal mit uns geredet hat“ wurden zum NÖN-Artikel der Vorwoche abgegeben. In diesem wurde berichtet, dass Gerhard Zwinz bis April nicht als Sicherheitspartner eingesetzt wird. Warum das so ist, wollte seitens der SPÖ keiner beantworten.

Auch für ÖVP-Stadtrat Karl Pölzelbauer ist unklar, warum Zwinz nicht gerade jetzt, zur Eislaufsaison, im Einsatz ist: „Da wird es am Abend hin und wieder lauter. Besonders wenn es hitzige Eishockey-Spiele gab. Da wird dann Einiges nach dem Spiel am Parkplatz ausgetragen und da könnte ein Sicherheitspartner schon helfen!“

NEOS setzten sich für freiwillige Helfer ein

Einer, der mit der Absetzung des Sicherheitspartners kein Problem hat, ist NEOS-Gemeinderat Ilhami Bozkurt. Er betonte schon von Beginn an, dass bei dieser Aktion nach Personen gesucht wurde, die das ehrenamtlich machen: „Das war von Anfang an ein Alleingang der SPÖ. Es wurden immer nur ehrenamtliche Leute gesucht und das ist für mich auch völlig in Ordnung. Aber diese Aufgabe hauptberuflich zu machen, geht einfach nicht!“, setzt sich Bozkurt für ehrenamtliche Sicherheitspartner ein. Außerdem wäre es unmöglich, dass eine Person das ganze Gebiet abdeckt.

„Da müsste man dann gleich drei bis vier Leute anstellen“, kritisiert Bozkurt. Ähnlich sieht das auch Bürgerlisten-Gemeinderätin Sevinc Balikci. Sie ist zwar nicht völlig gegen eine Anstellung eines Sicherheitspartners, meint aber: „Wenn jemand Geld dafür bekommt, dann sollte die Stelle auch ausgeschrieben werden. Jeder sollte die Chance auf so einen Posten haben!“

Zottl: "Kein gesteigerter Bedarf"

FPÖ-Stadtrat Michael Reiterer spricht sich generell für jemanden aus, der für Sicherheit im Ort sorgt, doch mit der Art und Weise, wie Gerhard Zwinz damals eingestellt wurde, ist er noch immer unzufrieden. „Damals wurde er still und heimlich eingestellt, jetzt ist er plötzlich still und heimlich wieder weg!“

Warum Zwinz bis April diesen Jahres eine Pause einlegen muss, hat laut Stadtamtsdirektor Gernot Zottl folgenden Grund: „Für das erste Quartal im Kalenderjahr haben wir nach einer ursprünglichen Beurteilung keinen gesteigerten Bedarf gesehen.“