Silvesterparty im St. Johannerhof sorgt für Ärger und Kritik

Mit Feier zum Jahreswechsel sorgt Ioannis Palaiologaros erneut für Aufsehen. Exekutive waren allerdings die Hände gebunden.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 06:01
Lesezeit: 2 Min
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Unter dem Titel „Wir brauchen dieses System nicht mehr“ ist ein sieben Minuten langer Zusammenschnitt der Silvesterfeier auf der Plattform Youtube zu sehen. Auf Facebook konnte die Feier über drei Stunden lang live verfolgt werden.
Foto: Screenshot: Youtube, Kanal „Das Recht auf Wahrheit“

Es ist nicht das erste Mal, dass Ioannis Palaiologaros für gehörigen Wirbel sorgt. Im Vorjahr machte er sich als Betreiber des St. Johannerhofes und „Wirten-Rebell“ einen Namen: Des Öfteren wurde sein Lokal „Siga Siga“ wegen Nichteinhaltung der Corona-Verordnung von der Polizei besucht, zudem trat Palaiologaros als Redner bei der Corona-Demo in Ternitz auf und wettert auch online regelmäßig gegen jegliche Maßnahmen. Seine Aktivitäten im Internet sind es auch, die Palaiologaros einmal mehr zum Gesprächsthema machen.

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Denn wie sowohl der „SigaSiga“-Facebookauftritt als auch ein Video auf der Plattform Youtube darlegen, dürfte der Wirt in der Silvesternacht ausgelassen mit zahlreichen Gästen in seinem Lokal gefeiert haben. Was bei zahlreichen NÖN-Lesern für Unverständnis und Kritik sorgte. Der Betrieb ist – laut Palaiologaros Angaben im Video – aktuell aber stillgelegt, weil keine Betriebsanlagengenehmigung vorliege. Auch auf der Homepage des (früheren) Lokals heißt es: „Unser Betrieb ist geschlossen, Freunde sind jederzeit herzlich willkommen.“

Ob Lokal oder Privaträumlichkeit – der Schutzmaßnahmenverordnung der Regierung zufolge wäre eine solche Feier weder dort noch da erlaubt gewesen. Während in Lokalen 2G gilt und die Sperrstunde am 31. Dezember mit 22 Uhr festgelegt wurde, durften private Feiern bis zu diesem Zeitpunkt mit maximal 25 Personen begangen werden, so alle geimpft oder genesen sind. Andernfalls galt eine Zehn-Personen-Grenze. Wie viele Personen genau anwesend waren, geht aus dem Video nicht hervor – den Bildern und dem Applaus nach zu urteilen waren es aber jedenfalls deutlich mehr als erlaubt.

„Das Problem ist, dass wir im privaten Bereich nicht kontrollieren können, wenn uns derjenige nicht ins Haus lässt.“ Postenkommandant Franz Zumpf

Um die Einhaltung der Maßnahmen zu kontrollieren, war am Silvesterabend zwar eine Streife der Ternitzer Polizei vor Ort, diese konnte laut Postenkommandant Franz Zumpf aber nicht viel ausrichten: „Das Problem ist, dass wir im privaten Bereich nicht kontrollieren können, wenn uns derjenige nicht ins Haus lässt.“ Bei der BH betont man auf NÖN-Anfrage, auf einzelne Kontrollen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht eingehen zu können. Ganz allgemein würden zwischen Polizei und BH aber „regelmäßig Abstimmungen und Koordinierungen hinsichtlich der Kontrollen im Zusammenhang mit Covid-19 stattfinden“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Kontrolle der Gastro stelle nur einen Teil dieser Tätigkeit dar, auch Absonderungen überprüfe man.

„Ich möchte ihm keine Plattform bieten!“ Bürgermeister Rupert Dworak

Die NÖN konfrontierte auch den Wirt selbst mit diesen Punkten, Ioannis Palaiologaros wollte sich aber nicht äußern. Die Anfrage der NÖN beantwortete er lediglich mit „Kein Kommentar“. Nicht näher äußern wollte sich auch Bürgermeister Rupert Dworak (SPÖ), der in Palaiologaros Videos verbal attackiert wird. „Ich möchte ihm keine Plattform bieten!“