Stadt wollte Besitzer bereits Hund entziehen. Bei dem Rottweiler, der am Dienstagabend ein Ehepaar attackiert und gebissen hatte, handelt es sich um einen „Wiederholungstäter“. Bereits im Herbst des Vorjahres hatte das Tier, das einem Unternehmer gehört, einen Mann bei einer Bissattacke verletzt.

Von Christian Feigl und Tanja Barta. Update am 09. Mai 2019 (09:50)
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Symbolbild

„Der Jagdhund lief an mir vorbei, aber der Rottweiler kam direkt auf mich zu und biss mir in die Hand“, erzählte Schwarz damals der NÖN über den Beginn eines zweiminütigen Kampfes. Dank seiner guten Arbeitskleidung wurde der 45-Jährige nicht schwerer verletzt. „Er wollte mir dauernd in die Beine beißen, erwischte großteils dann aber immer nur die Hose, die dann auf Fetzen hin war“, gab Schwarz Einblick in die für ihn schrecklichen Sekunden. Beim Versuch, Schutz in seiner eigenen Werkstatt zu finden, kam der Spenglermeister so unglücklich auf, dass er sich sogar das Sprunggelenk gebrochen hat und nur noch auf dem Boden robben konnte.

„Wenn ich merke, dass der Hund wirklich aggressiv ist, dann kommt er weg“, meinte der Hundehalter nach dem Vorfall zur NÖN.

"Ich hab mich gewehrt"

Allerdings dürfte es sich dabei nur um leere Worte gehandelt haben. Denn wie der Ternitzer Stadtamtsdirektor Gernot Zottl gegenüber der NÖN bestätigte, stellte die Stadt Ende Februar einen Bescheid zur Entziehung des Hundes aus: „Der Besitzer hat dagegen aber berufen, weshalb er den Hund noch immer hat!“ Das Verfahren ist nach wie vor im Laufen.

Nach Ludwig Schwarz waren es nun Gabriela und Gerhard Ziedler die vom selben Rottweiler angegriffen wurden. „Wir waren spazieren, auf einem Weg hinter dem Lagerhaus und plötzlich schrie meine Frau auf und zeigte auf den Rottweiler. Und dann lag sie auch schon am Boden“, sitzt der Schock bei Ziedler noch tief. Der Hund biss die 64-jährige Frau so fest in den Fuß, dass man sogar bis auf ihren Knochen sah. Eine Not-OP im Landesklinikum Wiener Neustadt war die Folge.

Die Wunden von Gerhard Ziedler konnten ambulant behandelt werden. „Ich habe mich gewehrt, auf den Hund eingetreten“, erinnert er sich an die schrecklichen Minuten zurück. Wie lange seine Frau noch im Krankenhaus bleiben muss, kann der 66-Jährige nicht sagen. „Wir wissen auch noch nicht, ob sie jemals wieder ganz normal gehen kann“, meint Ziedler.