26-Jähriger setzte Jagdhütte der Eltern in Brand. Nach einer Feier mit Freunden soll ein 26-Jähriger unter Alkoholeinfluss Ende Juni 2016 in Ternitz im Bezirk Neunkirchen die Jagdhütte seiner Familie angezündet haben. Er stand am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt wegen Brandstiftung vor einem Schöffensenat und bekannte sich teilweise schuldig.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 01. Februar 2017 (10:46)
Symbolbild
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Neben der Brandstiftung ( NÖN.at hatte berichtet, siehe hier und ganz unten) wurde dem Mann die Misshandlung seiner früheren Lebensgefährtin vorgeworfen, was er bestritt.

Der Angeklagte soll an mindestens vier Stellen in der Blockhütte Brandbeschleuniger eingesetzt und auch die Scheiben am abgestellten Pkw eines Bekannten eingeschlagen haben. Er gab nach seiner Ausforschung gegenüber der Polizei an, sich an nichts erinnern zu können.

41 Feuerwehrleute im Einsatz um Brand zu löschen

An jenem Samstagabend hatte der Verdächtige mit Freunden auf dem Grundstück ein Grillfest abgehalten, um vor einem Event "vorzuglühen", wie die Staatsanwältin sagte. Gegen Mitternacht verließen alle Personen das Areal, um die Veranstaltung zu besuchen. Zurück blieben die Wagen eines Gastes und des 26-Jährigen.

Am Sonntag kurz nach 4.30 Uhr brachte die Mutter ihren Sohn auf dessen am Telefon geäußerten Wunsch hin zur Blockhütte zurück. Wenige Minuten später rief er sie erneut an und erzählte ihr, dass das Gebäude in Flammen stand.

Es brannte komplett ab, sagte die Anklägerin. 41 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Feuersbrunst zu löschen. Auch Bäume im Umkreis wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der 26-Jährige hatte Schnittwunden an beiden Armen. Die Polizei erhob damals, dass der Mann in alkoholisiertem Zustand zu Aggressionen neige und es dabei immer wieder zu Körperverletzungen und Sachbeschädigungen komme.

Der Beschuldigte sei nicht volltrunken gewesen und wusste laut Sachverständigengutachten, was er tat, betonte die Staatsanwältin. Nach Aussage der Lebensgefährtin seines Vaters habe er "wieder einmal durchgedreht" und noch zusätzlich Gegenstände ins Feuer geworfen.

Hütte sei geliebter Rückzugsort des Manns gewesen

Zum weiteren Vorwurf der fortgesetzten Gewaltausübung hieß es, der 26-Jährige habe seine frühere Partnerin zwei Jahre lang geschlagen. Zu diesem Faktum bekannte sich der Mann nicht schuldig, sein Anwalt sprach von einem Obsorgestreit um das dreijährige Kind als Hintergrund.

Sein Mandant habe die Hütte, die sein Rückzugsort war, geliebt und hätte das Gebäude daher nie absichtlich zerstört. Dass die Spürhunde vier Mal anschlugen, könnte sich auch durch abgestellte Benzinkanister, Rasenmäher und Öl erklären, meinte der Verteidiger.

Die Autoscheibe habe der 26-Jährige eingeschlagen, um das Fahrzeug aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Der Mann, von Beruf Chauffeur, sei während des Ermittlungsverfahrens enthaftet worden und habe danach eine Alkoholentwöhnungstherapie absolviert.

Der Angeklagte zeigte sich überzeugt, dass er damals vielleicht nur einheizen wollte. Er schloss aus, absichtlich einen Brandbeschleuniger verschüttet zu haben, weil er die Hütte so gern hatte. Wie das Feuer, das er mit einem Schlauch löschen hatte wollen, zustande kam? "Ich weiß es wirklich nicht", beteuerte er vor dem Richter.

Einige Zeugen waren geladen. Die Verhandlung ist für zwei Tage anberaumt und wird am Donnerstag fortgesetzt.