Ternitzer Tierheim ist voll belegt. Ausgesetzt, delogiert, gestorben – den rund 120 Tieren bei Elisabeth Platzky machen viele Situationen zu schaffen. Plus: Die extreme Hitze heuer.

Von Barbara Zedlacher. Erstellt am 10. August 2015 (10:23)
NOEN, Barbara Zedlacher
Labradormischling Rudi ist bereits seit Weihnachten 2013 im Tierheim Schwarzatal bei Elisabeth Platzky. „Ein braver Kerl, der gern Gassi geht“, schmunzelt die Tierheimleiterin.

TERNITZ | Ein extrem heißer Sommer – auch den Tieren im Tierschutzheim Schwarzatal macht dieser Umstand zu schaffen. „Besonders schlimm ist es in unseren Quarantäneräumen“, berichtet Elisabeth Platzky, Leiterin des Tierheims. Zu den Temperaturen kommt noch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, berichtet sie: „Messungen haben stattgefunden und wir werden bald ein Luft-Austauschgerät bekommen, dann sollte es besser werden.“

Dass sich diese Situation verbessert, ist wichtig, da alle Katzen und Hunde wegen möglicher Parasiten oder ansteckender Krankheiten vorerst in Quarantäne kommen, wenn sie im Tierschutzhaus Unterschlupf finden. Leider werden vor allem im Sommer immer noch viele Tiere gefunden. „Insbesondere Katzen, vor allem Babykatzen, werden einfach ausgesetzt“, berichtet Platzky, so wurde erst vor Kurzem wieder eine trächtige Samtpfote aufgenommen.

Außergewöhnliche Einsätze für Mitarbeiter

„So eine Situation ist für die Tiere schlimm: Eine fremde Umgebung und dann noch eine Geburt“, schildert Platzky. Das Tierheim, welches für den Bezirk Neunkirchen zuständig ist, beheimatet im Moment rund 120 Tiere, „wir sind zum Platzen voll, momentan weiß ich nicht wohin mit dem nächsten Tier“, sagt die Tierschützerin.

Neben schwer vermittelbaren Spezialfällen wie Labradormischling Rudi gibt es auch immer wieder außergewöhnliche Einsätze für die Mitarbeiter. So wurden vor Kurzem in Ternitz zwei Schafe aufgelesen, die nun in eine Zwischenstation, eine Pferdebox, kommen, wo es ein bisschen kühler ist. Besonders zu schaffen machen Elisabeth Platzky heuer die vielen Sterbefälle. Aber auch Tiere aus Delogierungen bescheren der Tierheimleiterin oftmals Kopfzerbrechen.

Einen großen Wunsch hat sie für den Bezirk: Eine Einrichtung wie der Verein „Wildtiere in Not“ in Graz, da auch immer wieder Wildtiere zu ihren Findlingen gehören. Wie ein junges Rehkitz, dass im Kanal gefunden wurde und nicht mehr einfach so in die freie Wildbahn entlassen werden kann. Bei „Wildtiere in Not“ gibt es ein Gehege für Rehe, die eine Ohrmarke bekommen und nach einiger Zeit wieder ins Revier des Jagdleiters hinausdürfen. „Dort sind sie sicher im Wald aufgehoben, können aber jederzeit zurück“, betont Elisabeth Platzky, für sie wäre das auch im Bezirk Neunkirchen denkbar.