Hilferuf nach Tragödie in Pitten. SPÖ-Bürgermeister Helmut Berger möchte sich nach Unfall auf Bahnkreuzung an die Landeshauptfrau wenden. Er hofft, dass der Übergang schon früher beschrankt wird.

Von Tanja Barta. Erstellt am 16. September 2020 (05:33)
Der Bahnübergang in Pitten ist weder von Pitten kommend noch von Schwarzau am Steinfeld aus gut einsehbar. Deshalb hofft SPÖ-Bürgermeister Helmut Berger darauf, dass Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in diesem Fall helfen kann.  
Barta

Ein schrecklicher Unfall mit zwei Todesopfern in der Vorwoche ließ in der Pittentalgemeinde wieder eine alte Debatte aufflammen. Und zwar jene rund um die unbeschrankten Bahnübergänge.

Immer wieder kam es auf den unbeschrankten Bahnübergängen in der Gemeinde – insgesamt sind es drei, zwei sind bereits beschrankt – zu schweren Unfällen. „Deshalb habe ich schon damals 2015, als ich Bürgermeister geworden bin, gefordert, dass hier etwas unternommen werden muss“, so SPÖ-Bürgermeister Helmut Berger, der bedauert, dass vorher immer etwas passieren müsse, bevor reagiert werde. Damals gab es auch eine entsprechende Verkehrsverhandlung, die der Gemeinde Pitten recht gab. „Wir haben einen gültigen Bescheid, dass hier Schrankenanlagen installiert werden sollen. Allerdings erst, wenn die Bahnübergänge wieder kontrolliert werden“, so der Ortschef. Diese Kontrolle findet aber erst 2026 statt.

„Ich verstehe, dass es vielleicht geldmäßig schwierig sein könnte und dass auch viele andere Gemeinden eine Schrankenanlage fordern. Doch hier ist es wirklich gefährlich und wir haben eben auch den gültigen Bescheid“, so Berger. Der Ortschef möchte sich deshalb an ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wenden und um Hilfe bitten. „Vielleicht kann man doch schon früher einen Schranken anbringen“, hofft Berger.

„Vielleicht kann man doch schon früher einen Schranken beim Bahnübergang anbringen!“ Helmut Berger, SPÖ-Bürgermeister

Bei den Österreichischen Bundesbahnen bedauert man den Unfall. Der Schock und die Bestürzung seien groß und die Gedanken bei den Betroffenen und Angehörigen, so ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Doch trotz des Unfalls, bei dem zwei Männer ums Leben gekommen waren, sei bei diesem Übergang kein Schranken geplant. „Mit Bescheid vom 16. August 2016 wurde festgestellt, dass die Sicherungsart beibehalten werden kann. Bis dato gab es keine neuerliche Überprüfung“, so Seif.

Die Sicherungsart einer Eisenbahnkreuzung werde durch die zuständige Eisenbahnbehörde bei einer Verhandlung vor Ort individuell festgelegt. „Das heißt, verantwortlich für die Art der Sicherung ist die Eisenbahnbehörde“, betont Seif. Ebendiese Eisenbahnbehörde sei bei der Landeshauptfrau, an die sich die Gemeinde wenden möchte, angesiedelt.