Drama auf Weltreise für Gloggnitzer Tierretter

Stefan Feuchtinger wurde in der Türkei bei seiner Tierrettungsmission schwer verletzt – Täter in Haft genommen.

Gerhard Brandtner Erstellt am 18. September 2021 | 05:12

Das alte Sprichwort „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“ trifft auf Stefan Feuchtinger besonders zu. Gemeinsam mit Freundin Gloria machte sich der Analyst, dessen Wurzeln in Grafenbach beziehungsweise Enzenreith liegen, zu einer Weltreise auf. „Wir wollten aber nicht nur Urlaub machen, sondern auch etwas Sinnvolles tun“, so der 33-Jährige gegenüber der NÖN.

In der Türkei kam man mit dem Verein „Dekafok“ in Kontakt. Feuchtinger: „Da haben wir das gefunden, was wir eigentlich gesucht haben. Einen kleinen Verein, geleitet von einer Frau, der sich für Schildkröten einsetzt und für das Überleben der Schildkrötenbabys kämpft.“

Wie Feuchtinger vor Ort erfuhr, wird der eigentlich gesperrte Strandabschnitt vor allem in der Nacht immer wieder von Autos und Quads befahren, was dazu führt, dass die Nester der Schildkröten zerstört werden. Als Volontäre wollte man die engagierte Seher Akyol unterstützen. Dass dann in einer Nacht sogar sein Leben am Spiel stand, konnte Feuchtinger nicht erahnen: In der Nacht wurden die Österreicher von dem Lärm der Quads auf das drohende Unheil aufmerksam gemacht.

„Ich habe die Männer aufgefordert, stehen zu bleiben, aber sie sind weitergefahren. Ich habe mich festgehalten, der Fahrer hat beschleunigt und dann bin ich runtergefallen. Es ist alles sehr schnell gegangen“, schildert Feuchtinger.

Dank Videoaufnahmen konnten die Täter rasch ausgeforscht werden, sie wurden in Untersuchungshaft genommen. „Ich hatte zum Glück nur Schürfungen und Prellungen. Es geht mir schon viel besser“, erzählt Feuchtinger. Tote Baby-Schildkröten am Strand legten Zeugnis von der Tragödie ab, wenngleich die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass wohl ein drittes Fahrzeug ebenfalls über den gesperrten Strandabschnitt fuhr und die Schuld trug.

„Die Polizei überwacht jetzt den Strand regelmäßig“, zeigt sich Feuchtinger froh. Und dass Seher Akyol und ihre Helfer heuer bereits an die 900 Nester beschützen konnte, freut ihn ganz besonders. Über den Link https://fnd.us/carettahilfe kann der Verein auch direkt unterstützt werden. „Vor allem um den Kindern die Wichtigkeit der Carettes für das Ökosystem zu erklären, den Strand von Müll zu säubern und die Nester zu bewachen“, erklärt Feuchtinger. Bis Ende September ist das junge Paar noch vor Ort.